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 Diabetis mellitus Hund

 
 

Viele ältere Menschen leiden unter Diabetes (der so genannten Zuckerkrankheit) und auch bei unseren Haustieren wird diese Erkrankung immer häufiger diagnostiziert. Wenn Diabetes nicht behandelt wird, kann die Erkrankung schwerwiegende Folgen haben und Ihr Tier wird letztendlich daran sterben. Glücklicherweise können die meisten Tiere, die an Diabetes leiden, heute erfolgreich behandelt werden und ein normales, glückliches Leben führen. Die Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass Sie bereit sind, Zeit und Geld in die Pflege Ihres Tieres zu investieren.

Was ist Diabetes mellitus?

Diabetes ist eine Erkrankung, der ein Mangel an Insulin zu Grunde liegt. Insulin ist ein Hormon, das den Blutzuckergehalt kontrolliert. Wenn zu wenig Insulin vorhanden ist, häuft sich der mit der Nahrung aufgenommene Zucker im Blut an und wird teilweise über den Urin ausgeschieden.

Wieso hat ausgerechnet mein Hund Diabetes?

Wenn bei Ihrem Hund Diabetes festgestellt wird, fragen Sie sich vielleicht, ob Sie etwas falsch gemacht haben. Unglücklicherweise scheinen einige Hunde einfach anfälliger für Diabetes zu sein als andere. Hündinnen im mittleren Lebensabschnitt sind am häufigsten von dieser Krankheit betroffen, aber prinzipiell kann sie jeder Hund bekommen. Übergewichtige Hunde haben ebenfalls ein leicht erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken, aber es gibt wiederum auch sehr viele übergewichtige Hunde, die nicht von der Krankheit betroffen sind. Bei weiblichen Hunden tritt die Krankheit häufig ein bis zwei Monate nach Auftreten einer Läufigkeit auf, was mit den hormonalen Umstellungen zusammenhängt. Es ist auf jeden Fall ratsam, Hündinnen, die nicht zur Zucht verwendet werden, kastrieren zu lassen. Auch bei Hündinnen, die bereits unter Diabetes leiden, ist eine Kastration noch sinnvoll, da sich dadurch die Erkrankung meist einfacher unter Kontrolle bringen lässt.

Was sind die Anzeichen von Diabetes?

Tiere, die an Diabetes leiden, haben einen hohen Blutzucker sowie Zucker im Urin. Sie sind durstiger als gesunde Hunde und nehmen häufig an Gewicht ab, obwohl sie viel fressen. Wenn die Krankheit unbehandelt bleibt, können sich Augen- und Nierenerkrankungen oder andere Probleme entwickeln. Wenn die ersten Anzeichen übersehen werden, treten schwerwiegendere Symptome auf, wie z. B. Erbrechen und Niedergeschlagenheit. Betroffenen Tiere, die über Wochen und Monate unbehandelt bleiben, können ins Koma fallen und sterben.

Kann Diabetes behandelt werden?

Hunde mit Diabetes müssen regelmäßig, üblicherweise einmal täglich, mit Insulin-Spritzen behandelt werden, um ihren Blutzucker unter Kontrolle zu halten. Da Diabetes leider unheilbar ist, muss Ihr Hund diese Injektionen für den Rest seines Lebens erhalten. Die Nahrung Ihres Hundes muss sorgfältig überwacht werden. Sie sollten Ihrem Hund nur die von uns empfohlene Nahrung geben. Tischabfälle sind streng verboten! Um die Krankheit in Schach halten zu können, müssen Fütterungszeiten, Bewegung und Injektionen genau aufeinander abgestimmt werden.

Wieso brauchen Hunde mit Diabetes Injektionen?

Einige Menschen leiden unter einem bestimmten Typ von Diabetes, der mit einer strengen Diät alleine behandelt werden kann. Dieser Typ von Diabetes kommt bei Hunden nicht vor, weshalb alle Hunde mit Diabetes Insulin-Injektionen brauchen. Insulin ist ein Eiweiß und wie alle Eiweiße kann es im Magen-Darm-Trakt verdaut werden. Wenn Insulin als Tablette gegeben würde, würde es durch die Magensäure verdaut werden und wäre somit nicht mehr wirksam. Um beim Menschen die Injektion von Insulin zu erleichtern, wurden spezielle Injektionsgeräte entwickelt, die es ermöglichen, Insulin ohne Nadeln zu injizieren. Leider ist die Haut des Hundes viel dicker als die des Menschen, folglich können diese Geräte für ihn nicht verwendet werden. Beim Hund wird das Insulin mit einer Nadel unter die Haut injiziert, was keine Schmerzen verursacht. In den meisten Fällen hilft es, Ihren Hund nach der Injektion zu füttern. Ihr Hund lernt dann ganz schnell, dass er nur einen Moment lang für die Injektion stillhalten muss und danach sein Futter bekommt.

Ich kann meinen Hund nicht spritzen - gibt es eine andere Möglichkeit der Behandlung?

Unglücklicherweise ist die regelmäßige Injektion von Insulin, die einzige Möglichkeit, um erkrankten Hunden ein glückliches Leben zu ermöglichen. Die meisten Menschen fühlen sich bei dem Gedanken nicht wohl, dass sie ihren Hund von nun an täglich spritzen müssen. Wir werden Ihnen genau zeigen, wie Sie vorgehen müssen. Nach ein paar Wochen ist es für die meisten Tierbesitzer meist kein Problem mehr, ihr Tier täglich zu Hause zu behandeln. Solange Sie aber dabei unsicher sind, sollten Sie mit Ihrem Hund täglich in die Praxis kommen und die Injektion gemeinsam mit uns vornehmen.

Warum sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen wichtig?

Ob ein Tier richtig mit Insulin eingestellt ist kann nur im Blut kontrolliert werden. Dazu werden Sie als Besitzer lernen wie Sie, ähnlich wie bei Menschen, einen Tropfen Blut gewinnen um diesen in einem Blutzuckermeßgerät untersuchen zu lassen. Nur so ist eine richtige Behandlung möglich. Über die Blutprobengewinnung gibt es einige schöne Videos, leider in der Regel englischprachig, bei YouTube.

Welche Rolle spielt die regelmäßige Harnuntersuchung?

Man kann Urin auffangen und diesen auf Glucose untersuchen lassen. Das ist ein grober Parameter, ob Sie Ihren Hund richtig auf Insulin eingestellt. Blutuntersuchungen sind aber sehr viel aussagekräftiger.

Muss mein Hund regelmäßige tierärztliche Behandlungen haben?

Ihr Hund sollte regelmäßig von uns untersucht werden, um zu überprüfen, wie es ihm geht und ob die Behandlung anschlägt. Dabei wird unter anderem auch das Gewicht Ihres Hundes kontrolliert und regelmäßig eine Blutuntersuchung durchgeführt. Sollten Sie sich auch nur die geringsten Sorgen machen, fragen Sie uns.

Muss ich mit Komplikationen rechnen, wenn mein Hund wegen Diabetes behandelt wird?

Bei einem Hund mit Diabetes kann es zu zwei Komplikationen während der Behandlung kommen:

  • Der Blutzucker ist zu niedrig - Wenn dieser Zustand unbehandelt bleibt, kann es zu einer bleibenden Schädigung des Gehirns führen. Die Symptome treten sehr schnell auf: Ihr Hund wird unruhig, scheint verwirrt, zittert, krampft oder fällt ins Koma. Geben Sie Ihrem Tier sofort etwas Zucker, besser Traubenzucker,   ins Maul, entweder aufgelöst in etwas Wasser oder in Form von Würfelzucker. Wenn Ihr Tier bei Bewusstsein ist, können Sie ihm auch Futter anbieten, dass er freiwillig fressen sollte. Wenn Sie die beschriebenen Anzeichen bei Ihrem Tier bemerken, sollten Sie uns umgehend anrufen.
  • Der Blutzucker ist zu hoch - in diesem Fall entwickeln sich die Symptome langsam und Ihr Hund fühlt sich über Tage hinweg immer unwohler. Wenn das Problem schlimmer wird, kann Ihr Hund ebenfalls in ein Koma fallen, allerdings hat in diesem Fall die Gabe einer Zuckerlösung keinen Effekt. Wenn Sie auch nur den kleinsten Verdacht haben, dass sich Ihr Hund unwohl fühlt, rufen Sie uns unverzüglich an. Häufig werden die betroffenen Tiere als Notfallpatienten stationär aufgenommen.

 

Es gibt eine durchaus informative Interneseite des Herstellers des beim Tier verwendeten Insulins. Sie finden diese unter "Sonstiges-Interessante Seiten-Diabetis (Caninsulin)".

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