Infoblätter Übersicht
Adipositas / Fettsucht
Adipositas - Bewegung
Blasenentzündung
Diabetis
Durchfall / Diarrhoe
Epilepsie
Euthanasie/Einschläferung
Flohbefall
Fütterung
Futterallergie
Geräuschempfindlichkeit
Fremdkörper / Spelze
Herzerkrankungen
Impfungen
Kastration / Sterilisation
Krebs
Kreuzbandriß
Labor
Läufigkeit
Mikrochip
Notfall
OP-Vorsorge
OP-Nachsorge
Otitis / Ohrentzündung
Gebärmutterentzündung
Reise mit Ihrem Tier
Schilddrüse
Trennungsangst
Vestibularsyndrom
Welpe
Wurmbefall
Zeckenbefall
Zeckenentfernen
Zwingerhusten


 Epilepsie

 
 

Wenn Ihr Hund schon einmal einen Krampfanfall hatte, wissen Sie, wie schrecklich das sein kann. Krampfanfälle kommen bei Hunden relativ häufig vor, meistens hat ein Hund aber nur einmal im Leben einen solchen Anfall. Wenn Ihr Hund schon öfters Krampfanfälle hatte, kann es sein, dass er unter Epilepsie leidet. Genau wie Menschen, kann Ihr Hund mit Tabletten behandelt werden, die die Krankheit unter Kontrolle halten und Ihrem Hund ein langes, ausgefülltes Leben ermöglichen.

Was ist Epilepsie?

Epilepsie ist eine Erkrankung, bei der abnormale Gehirnaktivitäten Krampfanfälle auslösen. Das eigentliche Problem liegt somit im Gehirn und die Krämpfe sind eine Folge davon. Es kann auch zu Krämpfen kommen, wenn das Gehirn durch eine andere Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen wird, z. B. wenn das Gehirn durch eine Herzerkrankung mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. Diese Fälle werden nicht als Epilepsie bezeichnet.

Was passiert während eines Krampfanfalls?

Einige Hunde scheinen zu wissen, wann der nächste Anfall bevorsteht. Sie zeigen dann häufig ein typisches Verhalten, das Ihnen anzeigen kann, dass es wieder so weit ist. Häufig suchen die Hunde die Gesellschaft ihres Besitzers und setzen sich neben ihn. Bei Beginn des Anfalls verlieren die Hunde das Bewusstsein. Sie können Sie nicht mehr hören und reagieren auch nicht mehr, wenn Sie sie ansprechen. Die meisten Hunde fallen auf die Seite und strampeln mit den Beinen, als ob sie rennen würden. Einige Hunde geben Laute von sich, und manche verlieren die Kontrolle über ihren Darm und ihre Blase. Die meisten Anfälle dauern ein bis drei Minuten. Es ist ratsam, den Anfang und das Ende eines Anfalls zu notieren, da sie viel länger zu dauern scheinen, als sie es tatsächlich sind. Nach einem Anfall verhalten sich die betroffenen Hunde unterschiedlich. Einige Hunde stehen auf und tun so als ob nichts passiert wäre, während andere noch mehr als 24 Stunden danach verwirrt zu sein scheinen. Häufig zeigen die Hunde ein typisches Verhaltensmuster, das nach jedem Anfall gleich ist. Einige Hunde gehen z. B. zu ihrer Wasserschüssel und trinken, während dagegen andere ausgeführt werden wollen, um Wasser zu lassen. Nach mehreren Anfällen werden Sie das für Ihren Hund typische Verhaltensmuster vor und nach einem Anfall kennen.

Wann treten Krampfanfälle auf?

Die meisten epileptischen Anfälle treten auf, wenn Ihr Hund entspannt ist und ruhig da liegt. Es ist sehr selten, dass ein Hund während des Ausführens einen Anfall bekommt. Häufig kommen die Anfälle abends oder nachts. Sie werden bald feststellen, welche Zeit für die Anfälle Ihres Hundes typisch ist.

Was soll ich tun, während mein Hund einen Anfall hat?

Das Wichtigste, was sie tun müssen, ist Ruhe bewahren! Denken Sie daran, dass Ihr Hund während des Anfalls bewusstlos ist und nichts spürt. Der Anfall an sich ist wahrscheinlich für Sie schlimmer als für Ihren Hund. Sorgen Sie dafür, dass er sich während des Anfalls nicht verletzen kann, z. B. indem er eine Treppe hinunterfällt. Ansonsten sollten Sie ihn in Ruhe lassen. Stecken Sie niemals während eines Anfalls Ihre Hand in sein Maul, da Sie sonst mit größter Wahrscheinlichkeit gebissen werden.

Ist der Anfall für meinen Hund gefährlich?

Es passiert äußerst selten, dass sich Hunde während eines Anfalls verletzen. Manchmal kann es sein, daß sich ein Hund in die Zunge beißt und er deshalb anfängt, aus dem Maul zu bluten. Obwohl es für Sie so aus-sehen mag, als ob Ihr Hund viel Blut verliert, handelt es sich dabei selten um eine ernsthafte Verletzung. Wenn ein Anfall sehr lange dauert (mehr als zehn Minuten), kann es sein, daß das Gehirn selbst geschädigt wird.

Wann sollte ich die Praxis verständigen?

Wenn Ihr Hund einen Anfall bekommt, notieren Sie, wann der Anfall angefangen hat. Wenn der Anfall unter fünf Minuten dauert, dann lassen Sie Ihrem Hund ausreichend Zeit, sich davon zu erholen, bevor Sie uns anrufen. Wenn es der erste Anfall Ihres Hundes war, werden wir Ihnen wahrscheinlich sagen, dass es bis zur nächsten Routineuntersuchung Zeit hat, Ihren Hund in die Tierarztpraxis zu bringen, es sei denn er hat in der Zwischenzeit weitere Anfälle. Es ist wesentlich besser für Ihren Hund, wenn er sich zu Hause in Ruhe von dem Anfall erholen kann und nicht sofort im Auto zum uns fahren muss. Wenn der Anfall jedoch länger als fünf Minuten dauert, oder Ihr Hund mehrere Anfälle kurz hintereinander hat, sollten Sie uns unverzüglich anrufen. Sie/er wird Sie in diesem Fall bitten, umgehend mit Ihrem Hund in die Praxis zu kommen. Rufen Sie unbedingt bevor Sie losfahren in der Praxis an, damit ganz sicher jemand bei Ihrer Ankunft da ist, der Ihnen helfen kann.

Woher wissen wir, was Ihrem Hund fehlt?

Außer Epilepsie gibt es noch eine ganze Reihe anderer Erkrankungen, die Krampfanfälle beim Hund hervorrufen können. Wenn wir mit der Untersuchung Ihres Hundes beginnen, können wir nicht wissen, ob der Krampfanfall durch Epilepsie oder durch eine andere Ursache ausgelöst wurde. Epilepsie tritt meistens bei Hunden im Alter zwischen ein und fünf Jahren auf. Wenn Ihr Hund nicht in diese Altersgruppe fällt, liegt den Krampfanfällen höchst wahrscheinlich ein anderes Problem zu Grunde. Es gibt eine ganze Reihe an Tests, die durchgeführt werden müssen, um diese Erkrankungen auszuschließen. Dabei kann es sich um Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen, Computertomographie oder Kernspintomographie handeln. Wenn keine andere Erkrankung nachweisbar ist, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Epilepsie.

Wieso hat ausgerechnet mein Hund Epilepsie?

Häufig gibt es für Epilepsie keinen ersichtlichen Grund. Von einigen Hunderassen, z. B. dem Deutschen Schäferhund, ist bekannt, dass bei ihnen Epilepsie vererbt wird. Diese erbliche Form der Epilepsie kommt vor allem bei Rüden vor. Epilepsie kann auch das Ergebnis einer leichten Schädigung des Gehirns sein, die z. B. durch einen Schlag auf den Kopf oder aufgrund einer Sauerstoff-Unterversorgung während einer schwierigen Geburt verursacht wurde. Üblicherweise liegen einige Jahre zwischen der Schädigung und dem ersten Auftreten der Erkrankung, sodass es nicht leicht ist, zwischen den beiden Ereignissen eine Verbindung herzustellen.

Kann das Auftreten der epileptischen Anfälle gestoppt werden?

Wenn bei Ihrem Hund nur ein Anfall aufgetreten ist, kann es sein, dass wir Ihnen raten, mit einer Behandlung noch abzuwarten. Die Medikamente, die bei Epilepsie eingesetzt werden, können die Anfälle zwar meistens nicht ganz stoppen, sie können aber die Häufigkeit ihres Auftretens deutlich verringern. Deshalb ist es wichtig, die Häufigkeit der Anfälle ohne Behandlung zu kennen, um sicherzugehen, dass eine Behandlung überhaupt Wirkung zeigt. Wenn die Behandlung bei einem Hund erst einmal begonnen wurde, muss sie höchstwahrscheinlich bis zu seinem Lebensende fortgesetzt werden. Da es aber in den meisten Fällen bei einem Anfall bleibt, sollten Sie zuerst weitere Anfälle abwarten, bevor Sie mit einer Behandlung beginnen. Wenn Ihr Hund behandelt werden muss, sollten die Tabletten täglich ungefähr zur gleichen Tageszeit gegeben werden. Vermeiden Sie es unbedingt, die Tabletten abrupt abzusetzen, da gerade dadurch häufig ein Anfall ausgelöst wird. Es dauert oft Monate, bis Ihr Hund richtig eingestellt ist, d. h. bis er die richtige Dosis an Medikamenten erhält. Während dieser Zeit muss Ihr Hund regelmäßig untersucht werden. Wir werden Ihrem Hund Blut abnehmen und es an ein Labor einschicken, um zu bestimmen, ob zu viel oder zu wenig des verabreichten Medikaments im Blut vorhanden ist.

Wird mein Hund gesund werden?

Es ist sehr selten, dass epileptische Hunde ganz geheilt werden. Meist kommt es trotz Behandlung zu epileptischen Anfällen, allerdings werden diese unter Behandlung immer seltener. Die eingesetzten Medikamente haben keinen negativen Einfluss auf Ihren Hund, müssen aber normalerweise ein ganzes Leben lang gegeben werden, da bei Absetzen des Medikaments die Anfälle wieder gehäuft auftreten. Vorausgesetzt, dass Ihr Hund richtig eingestellt ist und er regelmäßig untersucht wird, steht einem langen und erfüllten Leben Ihres Hundes nichts im Wege!

 

Tipps zum Ausdrucken der Merkblätter: Nutzen Sie die Druckfunktion Ihres Browsers. Wenn möglich setzen Sie die Druckränder der Seiten auf "0". Ist Ihnen die Schrift dann noch zu klein, drucken Sie auf A4 quer.
Obiges Dokument unterliegt dem Copyright © kielVET und darf nur für private Zwecke verwendet werden.