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 Einschläferung / Euthanasie

 
 

Die Lebenserwartung eines Familienhundes ist generell sehr viel höher als die eines wild lebenden Hundes. Auch die Rasse des Hundes hat einen beträchtlichen Einfluss auf die durchschnittliche Lebenserwartung: große Hunde werden im Durchschnitt acht Jahre alt, mittelgroße 10-12 Jahre und kleine Hunde können sogar über 20 Jahre alt werden. Schließlich kann es jedoch offensichtlich werden, daß sich das Leben Ihres Hundes seinem Ende nähert. Nun ist es für Sie an der Zeit, die schmerzliche und schwierige Entscheidung zu treffen, ob Ihr Haustier zum Tierarzt gebracht und sanft und schmerzlos eingeschläfert werden soll.

Wann sollten Sie eine Euthanasie für Ihren Hund erwägen?

"Euthanasie" (häufig auch Einschläferung genannt) ist ein von Tierärzten verwendeter Begriff für die Tötung eines Tieres. Sie wird angewendet, um allzu langes Leiden zu verhindern, und zwar dann, wenn ein Tier zu alt oder zu krank ist, um noch ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Die Entscheidung über Leben und Tod ist niemals leicht und verständlicherweise wird sie von vielen Besitzern so lange wie möglich aufgeschoben. Schmerz ist nicht die einzige Form von Leiden, auch die Lebensqualität ist entscheidend für das Leben Ihres Hundes. Bedenken sie, daß es eine ganze Reihe von Situationen gibt, in denen eine Euthanasie das Gnädigste ist, was Sie für Ihren Hund noch tun können. Sie sollten die Euthanasie Ihres Hundes erwägen, wenn

  • er aufgrund eines großen Tumors an unstillbaren Schmerzen leidet.
  • er nicht länger selbst Nahrung aufnehmen oder trinken kann.
  • er an einer so hochgradigen Herz- und Lungenerkrankung leidet, daß er nicht mehr gut atmen kann.
  • er seinen Darm oder seine Harnblase nicht mehr ohne Schmerzen entleeren kann oder inkontinent ist, d. h. wenn er die Kontrolle über den Blasen- bzw. den Darmausgang verloren hat.
  • er nicht mehr normal stehen oder sich bewegen kann.
  • er taub oder blind geworden ist, sodaß er sich im alltäglichen Leben nicht mehr zurechtfindet.
  • er sehr krank ist und die emotionale oder finanzielle Belastung für Sie höher ist, als Sie sie bewältigen können.

Wie werden wir bei der Euthanasie vorgehen?

Zuerst bekommen die Tiere eine Beruhigungsspritze oder eventuell auch eine richtige Narkose. Das Medikament wird in den Muskel gespritzt und ist das einzige Schmerzhafte, daß ihr Tier bei der Einschläferung verspüren wird. Dann werden wir wahrscheinlich ein Stück Fell an einem der Vorderbeine Ihres Hundes scheren und eine Nadel in die Vene einführen. Dann wird die Überdosis eines Medikaments verabreicht, die Ihren Hund bewusstlos werden lässt, sodaß er auch keine Angst und keinen Schmerz mehr fühlen kann. Er schläft dabei sehr schnell ein (meist innerhalb von Sekunden). Atmung und Herzschlag setzen wenige Sekunden später aus. Leider kann kein Medikament sofort alle Lebenszeichen ausschalten. So kann es vorkommen, daß ihr Tier noch reflektorisch atmet oder auch einzelne Muskelgruppen sich bewegen.

Wird mein Hund leiden?

Der Vorgang der Euthanasie ist völlig schmerzlos. Im letzten Augenblick wird Ihr Hund vielleicht tief aufseufzen oder keuchen. Ihr Hund schläft jedoch dabei und das Geräusch wird durch einen Muskelkrampf verursacht. Andere Muskeln seines Körpers können ebenfalls verkrampfen und, wenn der Körper dann wieder entspannt, kann es zu einer Entleerung von Darm und Harnblase kommen.

Sollte ich meinen Hund an seinem Ende begleiten?

Besprechen Sie im Voraus mit uns, ob Sie dabei sein möchten, wenn Ihr Tier eingeschläfert wird. Für Ihren Hund ist es möglicherweise weniger belastend, wenn er in Ihren Armen gehalten wird und eine vertraute Stimme hören kann. Auch Ihnen geht es anschließend vielleicht besser, weil Sie erlebt haben, daß Ihr alter Hausgenosse keine Schmerzen erlitten hat und ein friedliches Ende fand. Wenn Sie jedoch selbst sehr aufgeregt oder ängstlich sind, kann es sein, daß Ihr Hund dies spürt und sich der Zustand auf ihn überträgt.

Sollte die Euthanasie zu Hause oder bei uns in der Tierarztpraxis durchgeführt werden?

Wir bevorzugen es im Allgemeinen, unsere Patienten in der Praxis zu behandeln, weil dort alle eventuell notwendigen Geräte sowie ausgebildetes Personal zur Hand ist. Das Einschläfern eines Tieres ist jedoch sowohl für Sie als auch für uns eine besondere Situation. Falls Sie wünschen, daß Ihr Tier in seinem Zuhause eingeschläfert wird, dann erfüllen wir Ihnen diesen Wunsch, wenn es möglich ist, sicherlich gerne.

Wer entscheidet, ob der Zeitpunkt für die Euthanasie gekommen ist?

Wir besprechen gerne mit Ihnen alle möglichen Optionen und werden versuchen, alle Ihre Fragen zu beantworten. Letztendlich wird Ihnen aber die Entscheidung, ob und wann Sie Ihren Hund einschläfern lassen, niemand abnehmen. Normalerweise haben Sie etwas Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Meist ist es möglich und auch viel besser, wenn Sie sie nach der Beratung mit uns und einem anschließenden Gespräch im Kreis Ihrer Familie treffen. Es ist auch wichtig, daß alle Familienmitglieder in den Entscheidungsprozess miteinbezogen werden und die Entscheidung einstimmig getroffen wird. Schließen Sie Ihre Kinder hiervon nicht aus: Wenn Sie mit ihnen sprechen, bevor die Entscheidung gefällt ist, können Sie ihnen helfen, den Entschluß zu einer Euthanasie nachzuvollziehen und zu akzeptieren.

Wie werde ich mich dabei fühlen?

Es ist ganz natürlich, nach dem Verlust eines Haustieres Trauer zu empfinden, und es ist keine Schande, starke Emotionen zu zeigen. Manchmal ist die erste Reaktion auch Ärger oder ein Schuldgefühl, weil der Tod nicht hat verhindert werden können. Viele Menschen hängen an Ihrem Hund wie an einem alten Freund und Trauer zu empfinden ist normal. Menschen erleben Trauer auf sehr verschiedene Art und Weise und es gibt keine allgemein gültige Regel, wie Sie selbst sich fühlen werden. Es kann helfen, wenn Sie jemand nach Hause begleitet, nachdem Ihr Hund eingeschläfert wurde. Dann müssen Sie nicht allein in ein leeres Haus zurückkehren. Sprechen Sie auch mit Freunden oder Ihrer Familie über Ihre Gefühle, insbesondere mit Ihren Kindern.

Wie werden meine Kinder mit dem Verlust des Haustieres umgehen?

Häufig machen Kinder durch den Verlust eines Haustieres zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Tod. Meist ist es am besten, ehrlich zu dem Kind zu sein, und ihm die Wahrheit so genau Sie können zu erklären. Kinder möchten möglicherweise Zeit bekommen, um von ihrem Haustier Abschied zu nehmen. Wenn sie den toten Körper sehen, kann es ihnen helfen das Geschehene zu begreifen. Allerdings kann es für junge Kinder ebenso eine starke Belastung sein ein totes Tier zu sehen. Es kann ebenso hilfreich sein, dem Geschehenen durch eine Art Begräbnis einen Rahmen zu geben. Häufig hilft es den Kindern und auch Ihnen, mit den aus dem Verlust entstandenen Veränderungen in ihrem Leben fertig zu werden, wenn Sie miteinander über die glücklichen Momente sprechen, die Sie mit Ihrem Hund erlebt haben. Kinder kommen über den Verlust eines Haustieres oft sehr viel schneller hinweg als Erwachsene.

Was geschieht mit dem Tierkörper?

Eine Möglichkeit besteht in der Entsorgung in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt. Dieses ist der für Tierärzte vorgeschriebene Weg. Aber vielleicht möchten Sie Ihr Tier lieber begraben. Inzwischen gibt es an einigen Orten in Deutschland auch Tierkrematorien und Tierfriedhöfe (neuerdings auch einen von der Stadt Kiel betriebenen Tierfriedhof). Lassen Sie sich von uns nähere Einzelheiten darüber geben. Falls Sie Ihren Hund bei sich im Garten begraben wollen, sollten Sie sich vorher bei Ihrer Gemeindeverwaltung erkundigen, ob dies zulässig ist. Falls ja, müssen Sie dafür Sorge tragen, daß der Körper von einer wenigstens 50 cm dicken Erdschicht bedeckt wird und daß er nicht in einem Trinkwasserschutzgebiet begraben wird.

Sollte ich mir ein anderes Haustier anschaffen?

Nachdem sie ein Haustier verloren haben, sagen manche Menschen, daß sie nie wieder ein anderes Tier haben möchten. Viele andere merken dagegen, daß ihnen ein neuer Hund helfen kann, mit ihrer Trauer fertig zu werden. Die Beziehung, die Sie zu einem anderen Tier aufbauen, wird nie die gleiche sein, die Sie zu Ihrem vorigen Hund hatten. Sie kann sich jedoch als ebenso bereichernd entpuppen.

Wichtige Adressen:

Cremare, Kleintiereinäscherung, Tel. 0281/68190, www.cremare.de
Waldfriedhof, Howe,   Timmaspe, Tel: 0431/698457
Tierfriedhof Kiel, Eichhofstr. 48 a, Kiel, Tel: 0431/5457134

Tipps zum Ausdrucken der Merkblätter: Nutzen Sie die Druckfunktion Ihres Browsers. Wenn möglich setzen Sie die Druckränder der Seiten auf "0". Ist Ihnen die Schrift dann noch zu klein, drucken Sie auf A4 quer.
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