Infoblätter Übersicht
Adipositas / Fettsucht
Adipositas - Bewegung
Blasenentzündung
Diabetis
Durchfall / Diarrhoe
Epilepsie
Euthanasie/Einschläferung
Flohbefall
Fütterung
Futterallergie
Geräuschempfindlichkeit
Fremdkörper / Spelze
Herzerkrankungen
Impfungen
Kastration / Sterilisation
Krebs
Kreuzbandriß
Labor
Läufigkeit
Mikrochip
Notfall
OP-Vorsorge
OP-Nachsorge
Otitis / Ohrentzündung
Gebärmutterentzündung
Reise mit Ihrem Tier
Schilddrüse
Trennungsangst
Vestibularsyndrom
Welpe
Wurmbefall
Zeckenbefall
Zeckenentfernen
Zwingerhusten


 Geräuschempfindlichkeit

 
 

Wenn Ihr Hund Angst vor plötzlichen, lauten Geräuschen hat, ist Sylvester weder für ihn noch für Sie ein freudiges Ereignis. Außer wenn Sie wirklich ganz abseits leben, gibt es im Normalfall kein Entkommen vor dem Feuerwerk, das Ihren Hund in ein nervliches Wrack verwandeln kann. Viele Hunde haben Angst vor Donner oder anderen lauten Knallgeräuschen. Es gibt einige einfache Maßnahmen, wie Sie die ganze Sache etwas erträglicher für Ihren Hund machen können. Um das Problem ganz zu beseitigen, brauchen Sie jedoch den Rat eines Fachmannes.

  • Wieso hat mein Hund Angst vor lauten Geräuschen?
    Hunde scheinen häufiger als jede andere Tierart, Angst vor lauten Geräuschen zu haben. Oft beginnt es damit, dass sich Hunde bei lauten Geräuschen unwohl fühlen, und daraus entwickelt sich dann allmählich eine regelrechte Phobie (eine unnormal starke Angst). Die meisten der betroffenen Hunde haben Angst vor Donner und Feuerwerk. Hunde, die generell eher nervös sind, sind häufiger davon betroffen, und in manchen Fällen lernen die Welpen dieses Verhalten sogar von der Hündin.
  • Wie kann meinem Hund geholfen werden?
    Unglücklicherweise kann es sehr schwierig sein, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Es kann Monate dauern, Ihrem Hund diese Angst wieder abzugewöhnen und Sie wollen sicherlich, dass sich das Problem etwas schneller bessert. Hier ein paar Tipps für kurzfristige Maßnahmen, die Ihrem Hund das Leben schon etwas erleichtern können.
  • Kurzfristige Maßnahmen
    Wenn ein Gewitter, Feuerwerk oder anderer Lärm ansteht, der Ihrem Hund Angst einjagt, lassen Sie ihn nicht aus dem Haus. Viele Hunde versuchen dem Lärm zu entkommen und das Letzte, was Sie wollen ist, dass Ihr Hund in Panik auf die Straße rennt. Bleiben Sie mit Ihrem Hund in einem hellen Raum, schließen Sie die Vorhänge und sorgen Sie für genügend Geräusche, die den angsteinflösenden Lärm überdecken. Laute Musik oder Fernsehen sind hierfür ganz gut geeignet. Bei der Verwendung von Ohrenstöpseln sollten Sie äußerst vorsichtig vorgehen, da es sehr leicht zu einer Schädigung des empfindlichen Hundeohrs kommen kann. Wenn überhaupt, sollten Sie dafür nur ein großes Stück zusammengerollte Watte verwenden und vergessen Sie auf keinen Fall, dieses wieder zu entfernen, wenn der Lärm vorüber ist. Wenn Sie es zu lange im Ohr belassen, kann dies zu einer schweren Ohrenentzündung führen. Bleiben Sie bei Ihrem Hund und ignorieren Sie den Lärm draußen. Benehmen Sie sich ganz normal und versuchen Sie, Ihren Hund durch Spielen abzulenken. Wenn Ihr Hund einen Hundefreund hat, der nicht unter dieser Angst leidet, sollten Sie ihn für diese Zeit einladen, laute Spiele mit ihm spielen und Ihren Hund zum Mitmachen ermutigen. Für Hunde, die an einer extremen Phobie leiden, ist eine Behandlung mit Beruhigungsmitteln oft der einzige Ausweg. Die eingesetzten Medikamente müssen gegeben werden, bevor Ihr Hund sich aufregt, da sie das Problem sonst eventuell noch verschlimmern können. Besprechen Sie das Problem auf jeden Fall mit uns und folgen Sie genau unseren Anweisungen.
  • Wie sollte ich mich meinem Hund gegenüber verhalten?
    Bestrafen Sie niemals Ihren Hund, wenn er Angst hat! Ihr Hund verbindet die Bestrafung dann mit dem Lärm und bekommt noch mehr Angst. Machen Sie auch nicht zu viel Aufhebens darum, wenn Ihr Hund nervös wird. Verhalten Sie sich ganz normal und loben Sie Ihren Hund, wenn er sich auch normal verhält.
    Wenn Sie die akute Situation gemeistert haben, sollten Sie eine langfristige Lösung des Problems anstreben. Das ist normalerweise nur mit Hilfe eines Spezialisten möglich. Wir können sie an einen Fachtierarzt für Verhaltenskunde überweisen, der Ihnen hilft, Ihren Hund gegen Lärm unempfindlich zu machen (zu desensibilisieren), damit er seine Angst verliert. Obwohl dies eine langwierige Therapie ist, sollten Sie Ihren Hund spätestens nach einem Jahr so weit haben, dass er sich z. B. durch das Sylvesterfeuerwerk nicht mehr stören lässt.
  • Wie funktioniert eine Desensibilisierungstherapie?
    Ein Spezialist für Verhaltensprobleme wird Ihrem Hund helfen, seine Angst vor Lärm zu verlieren - sie/er wird eine so genannte Desensibilisierung durchführen. Diese Therapieform basiert auf dem Prinzip, dass Ihr Hund einem von ihm gefürchteten Geräusch in einer Lautstärke ausgesetzt wird, bei der er noch keine Angst empfindet. Dabei wird er dann für seinen "Mut" gelobt. Wenn er sich dann an das Geräusch in dieser Lautstärke gewöhnt hat, wird es allmählich immer lauter gestellt. Aber immer nur so laut, dass Ihr Hund dabei keine Angst empfindet. Wenn er bei einer bestimmten Lautstärke Anzeichen von Angst zeigt, wird sie wieder auf den Punkt heruntergeregelt, bei dem er keine Angst gezeigt hat.

An einer derartig übersteigerten Angst zu leiden, kann für Ihren Hund sehr belastend sein, und ist auch für Sie kein Spaß. Die meisten dieser Phobien werden ohne Behandlung nicht besser, sondern mit der Zeit sogar immer schlimmer. Wenden Sie sich an einen Fachmann, solange das Problem noch nicht zu weit fortgeschritten ist.

Tipps zum Ausdrucken der Merkblätter: Nutzen Sie die Druckfunktion Ihres Browsers. Wenn möglich setzen Sie die Druckränder der Seiten auf "0". Ist Ihnen die Schrift dann noch zu klein, drucken Sie auf A4 quer.
Obiges Dokument unterliegt dem Copyright © kielVET und darf nur für private Zwecke verwendet werden.