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 Kastration

 
 

Es ist noch immer traurige Tatsache, dass die Zahl der jedes Jahr geborenen Welpen weitaus größer ist als die Anzahl von guten Plätzen, die für sie gefunden werden können. Das Ergebnis von diesem Missverhältnis ist, dass Tausende gesunder Tiere getötet werden und viele weitere einfach sich selbst überlassen bleiben. Indem Sie Ihren Hund kastrieren lassen, helfen Sie nicht nur, diese Zahl zu verringern, es handelt sich auch um die einfachste, sicherste und praktischste Methode, die Gesundheit und das Wohlergehen Ihres Hundes sicherzustellen.

Was geschieht während einer Kastration?

Beide, sowohl die Kastration des männlichen Hundes als auch die des weiblichen, sind Operationen, die eine Vollnarkose erfordern. Ihr Hund muss vor der Operation über Nacht fasten, um das Risiko von Zwischenfällen auf dem Operationstisch zu verringern. Insgesamt sind Komplikationen bei diesen chirurgischen Eingriffen jedoch sehr unwahrscheinlich. Kastrationen sind die von uns am häufigsten durchgeführten Eingriffe und jede wir sie schon hunderte Male gemacht. Bei der Hündin wird durch einen kleinen Schnitt durch die Bauchwand in die Bauchhöhle eingegangen, um die Eierstöcke (Ovarien) und die Gebärmutter (Uterus) zu entfernen. Nach erfolgter Entfernung wird der Zugang wieder zugenäht. Die Kastration der Hündin wird häufig auch fälschlicherweise als Sterilisation bezeichnet. Tatsächlich bedeutet Sterilisation medizinisch jedoch die Unterbrechung der Eileiter, Kastration dagegen die Entfernung der Keimdrüsen (beim weiblichen Tier sind das die Eierstöcke). Im Allgemeinen wird auch beim weiblichen Hund die Kastration durchgeführt. Beim Rüden wird zur Entfernung der Hoden mit einem kleinen Schnitt der Hodensack eröffnet. Ihr Hund kann normalerweise noch am Tag der Operation wieder nach Hause, sobald die Narkose abgeklungen ist. Bei Auftreten von Komplikationen kann es sein, daß wir Sie bittet, Ihren Hund zur Beobachtung über Nacht in der Praxis zu lassen.

Was sind die Vorteile der Kastration?

Hündin: Die Kastration beendet die Blutung, die mit jeder Läufigkeit verbunden ist und verhindert Änderungen im Verhalten Ihrer Hündin. Hündinnen, die nicht kastriert sind und keine Welpen bekommen, entwickeln häufig Scheinträchtigkeiten oder eine Gebärmutterinfektion. Die frühe Kastration einer Hündin vermindert außerdem das Risiko, dass sie später an Gesäugekrebs (Mammatumoren) erkrankt beträchtlich.

Rüden: Einige unkastrierte Rüden entwickeln mit Erlangen der Geschlechtsreife bestimmte unerwünschte Verhaltensweisen, wie z. B. aggressives Verhalten anderen Hunden oder sogar Menschen gegenüber. Unkastrierte Rüden durchstreifen große Gebiete auf der Suche nach einer Partnerin und können eine läufige Hündin über weite Entfernungen wahrnehmen. Ein herumziehender Rüde trägt ein erhöhtes Risiko, in einen Autounfall verwickelt zu werden. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass kastrierte Rüden später seltener an Erkrankungen der Prostata leiden.

 

Wann sollte mein Hund kastriert werden?

Wir empfehlen die Kastration im Alter von sechs Monaten bis zu einem Jahr, also kurz vor Eintritt der Geschlechtsreife, durchzuführen. Der Vorteil liegt bei dem weiblichen Tier in der Tatsache, dass sich die Wahrscheinlichkeit auf Gesäugekrebs auf fast 0% reduziert und beim Rüden die unerwünschten Verhaltensweise erst gar nicht „erlernt“ werden. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass sich in den angelsächsischen Ländern eine Tendenz zu der sehr frühen Kastration im Alter von etwa 8 Wochen abzeichnet. Es gibt keine Hinweise dafür, dass eine derart frühe Kastration die spätere Gesundheit und körperliche Entwicklung des Hundes gefährdet. Allerdings sind noch nicht alle Fragen geklärt.

Ist es irgendwann zu spät, meinen Hund kastrieren zu lassen?

Es gibt kein Höchstalter für die Kastration Ihres Hundes. Vielleicht haben Sie Ihren Hund ausgewachsen übernommen und wollen ihn kastrieren lassen oder Sie möchten noch ein oder zwei Würfe von Ihrer Hündin haben, bevor Sie sie nicht mehr als Zuchttier verwenden wollen. Dem steht nichts im Wege. Auch Rüden können erst später in ihrem Leben kastriert werden, was einige unerwünschte Verhaltensweisen wie beispielsweise aggressives Verhalten verringern kann. Je älter der Rüde jedoch ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er die unerwünschten Verhaltensweisen beibehält.

Ist die Kastration gefährlich ?

Alle Operationen, die eine Narkose erfordern, beinhalten ein gewisses Risiko, und in seltenen Fällen können nach der Operation auch Komplikationen auftreten. Benachrichtigen sie uns sofort, wenn Sie sich nach der Operation Sorgen machen.

Macht die Kastration meinen Hund dick und faul?

Die Kastration hat auf die Lebensweise Ihres Hundes keine andere deutliche Auswirkung, als dass sie das Geschlechtsverhalten auslöscht. Die meisten Besitzer finden, dass Veränderungen in der Persönlichkeit ihres Hundes eher zum Besseren führten, da viele kastrierte Hunde anhänglicher werden. Sie sollten allerdings bereit sein, das Gewicht Ihres Tieres zu kontrollieren. Viele der oben genannten Folgen der Kastration liegen allein in der Gewichtszunahme begründet.

Sollte meine Hündin wenigstens einmal Welpen bekommen?

Es ist ein Ammenmärchen, dass eine Hündin in ihrem Leben eine Wurf haben muss. Ihre Hündin wird das Muttersein nicht vermissen, wenn sie es nicht kennt, und die Kastration schützt Sie selbst vor den Problemen und Sorgen, ein gutes Zuhause für die Welpen finden zu müssen.

Ist eine Kastration teuer?

Wir haben ein sehr hohes Operationsniveau mit der größtmöglichen Narkose- und Operationssicherheit. Unserer Patienten werden in einem sterilen OP-Raum operiert und werden während der Narkose und dem Aufwachen ständig kontrolliert. Lassen Sie sich unsere Räumlichkeiten zeigen und vergleichen Sie uns. Wir sind überzeugt, dass unser Preis- Leistungsverhältnis jeder anderen Praxis gegenüber standhalten kann. Alle Preise sind im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Tierärztlichen Gebührenordnung (GOT) berechnet. Personen, die Sozialhilfe erhalten, bekommen evtl. einen Zuschuss von einem der örtlichen Tierschutzvereine. Erkundigen Sie sich dort, falls Ihr Einkommen sehr niedrig ist. In jedem Fall ist es sinnvoll, die Kosten der Kastration mit den Ausgaben und Zeitaufwand zu vergleichen, die durch einen ungewollten Wurf Welpen entstehen. Eine trächtige Hündin braucht mehr Futter, um sich und ihre Nachkommen zu ernähren, die Welpen brauchen eine tierärztliche Untersuchung und vielleicht müssen Sie Anzeigen aufgeben, um ein gutes Zuhause für sie zu finden.

 

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Hundin Genitaltrakt