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 Krebs

 
 

Krebs ist das unkontrollierte Wachstum von Körperzellen. Die Geschwindigkeit, mit der der Krebs fortschreitet, sowie die Schwere der Symptome hängen von der Art des betroffenen Gewebes ab. Etwa jeder fünfte Hund entwickelt zu irgendeinem Zeitpunkt seines Lebens eine der vielen verschiedenen Formen von Krebs. Das Risiko nimmt mit steigendem Alter zu. Da die durchschnittliche Lebenserwartung durch bessere tiermedizinische Versorgung in den letzten Jahre ständig gestiegen ist, hat auch die Zahl der Krebserkrankungen zugenommen.

Wie entsteht Krebs?

Genau wie beim Krebs des Menschen, sind auch beim Hund die Ursachen und Vorgänge einer Krebserkrankung noch nicht vollständig geklärt. Mögliche Ursachen sind:

  • Giftige Chemikalien oder krebserregende Strahlung
  • Abweichungen im Immunsystem, das normalerweise gegen Infektionskrankheiten schützt
  • Genetische Veränderungen

 

Woher weiß ich, dass mein Hund Krebs hat?

Die Symptome von Krebs sind sehr unterschiedlich und hängen von der Art des betroffenen Gewebes, dem Ort des Auftretens und dem Stadium der Erkrankung ab. Fortgeschrittene Fälle zeigen häufig Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit. Ihr Hund kann niedergeschlagen sein, erbrechen, Durchfall oder Verstopfung oder auch Fieber haben. Möglicherweise ermüdet Ihr Hund auch schnell auf Grund einer Anämie (Blutarmut). Prinzipiell kann Krebs bei jedem Hund und in jedem Alter auftreten, aber manche Hundetypen sind für bestimmte Krebsformen empfänglicher als andere.

Kann Krebs behandelt werden?

Ja, Krebs ist behandelbar. Die Behandlung ist jedoch abhängig von der Art des betroffenen Gewebes und vom Stadium der Erkrankung. Manchmal ist die Euthanasie die einzige humane Alternative zu einem langsamen und schmerzhaften Tod. In anderen Fällen kann die Behandlung eine vollständige Heilung bewirken oder zumindest das Leben deutlich verlängern bzw. die Lebensqualität Ihres Hundes verbessern. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, Krebs zu behandeln. Sie sind jedoch nicht alle für jeden Fall geeignet. Manchmal hat auch eine Kombination verschiedener Behandlungsmethoden die besten Aussichten auf Erfolg. Die folgenden Möglichkeiten einer Behandlung gibt es:

  • Operation: Hierbei wird das veränderte Gewebe chirurgisch entfernt. Gewöhnlich ist das die beste Möglichkeit für solche Tumore, die festes Gewebe betreffen. Ist der Krebs relativ gutartig oder hat sich ein eher bösartiger Tumor noch nicht auf andere Teile des Körpers ausgebreitet, dann erzielt eine chirurgische Gewebe-Entfernung häufig sehr gute Ergebnisse.
  • Chemotherapie: Bei dieser Methode wird der Krebs mithilfe von Medikamenten bekämpft. Dies ist die beste Behandlungsmethode für Krebsarten, die das Blut oder bereits mehrere Körperteile betreffen. Sie kann auch das Auftreten von weiteren Tumoren in anderen Organen verhindern oder zumindest verzögern, nachdem der Hauptknoten chirurgisch entfernt worden ist. Chemotherapie führt bei Hunden meist auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität und glücklicherweise treten die beim Menschen zu beobachtenden Nebenwirkungen bei ihnen selten auf.
  • Strahlentherapie: Dabei wird der Tumor radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Diese Behandlungsmethode ist häufig wirkungsvoll, wenn Untersuchungen zwar deutlich die Ausdehnung und Größe des Tumors gezeigt haben, er aber chirurgisch nicht entfernt werden kann. Die Strahlung kann durch eine außen liegende Strahlenquelle verabreicht werden oder aber die radioaktiven Substanzen selbst werden in den Körper gespritzt. Eine Strahlenbehandlung, bei der das veränderte Gewebe von außen bestrahlt wird, wird vor allem bei einer Krebserkrankung der Beine oder am Kopf eingesetzt, wo die Strahlen nur durch sehr wenig Gewebe dringen müssen, bevor sie den Tumor erreichen. Somit ist die Gefahr der Schädigung von gesundem Gewebe durch die radioaktive Strahlung sehr gering. Die zur Strahlentherapie notwendige Ausrüstung ist nur in wenigen spezialisierten Zentren vorhanden und wir müssen Sie zu dieser Behandlung an einen Krebsspezialisten überweisen.

Wird mein Hund Schmerzen leiden?

Manche Hunde leiden tatsächlich sehr, wenn der Krebs fortgeschritten ist. Die durch den Krebs erzeugten Schmerzen sind aber meist durch Medikamente unterdrückbar. Wir werden wahrscheinlich anfangs ein mildes Schmerzmittel einsetzen und falls es später erforderlich wird zu stärkeren Medikamente greifen. Diese Art der Behandlung zielt darauf ab, die Leiden Ihres Hundes zu vermindern. Sie dient nicht dazu, sein Leben zu verlängern.

Was muss ich bei der Fütterung meines krebskranken Hundes beachten?

Wenn Sie der Ernährung Ihres Hundes besondere Aufmerksamkeit schenken, kann das seine Lebensqualität verbessern. Hunde brauchen eine Extraportion Futter, um mit den Folgen eines schnell wachsenden Tumors fertig zu werden. Häufig haben ausgerechnet diese Hunde jedoch wenig Appetit und verlieren folglich an Gewicht. Eventuell können Sie Ihren Hund zum Fressen überreden, wenn Sie das Futter anwärmen oder ihn aus der Hand füttern. Es gibt auch spezielle Diäten, die selbst bei Hunden mit schlechtem Appetit eine ausgewogene Ernährung gewährleisten.

Wie lange wird mein Hund überleben?

Das ist die Frage, die jeden Hundebesitzer am meisten bewegt. Wie beim Krebs des Menschen ist es jedoch auch beim Hund nicht möglich, genau vorauszusagen, wie lange er überleben wird. Die Überlebenschancen hängen nicht nur von Art und Stadium der Krebserkrankung ab, sondern auch vom allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Hundes. Sie sollten diese Frage mit uns besprechen, sodass Sie gemeinsam einen angemessenen Behandlungsplan für Ihren Hund ausarbeiten können. Es ist verständlich, dass Sie sich im Angesicht einer Krebsdiagnose um die Zukunft Ihres Haustiers sorgen - wenn Sie Ihre Ängste uns mitteilen, kann sie/er Sie zum einen beruhigen und zum anderen sachlich und objektiv mit Ihnen bereden, was für Ihr Tier das Beste ist.

 

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