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Mikrochip

 
 

Streunende Hunde stellen in vielen Ländern ein großes Problem dar. Es ist davon auszugehen, dass Gemeinden, Ordnungskräften und Tierschutzeinrichtungen jährlich mehrere zwei- bis dreistellige Millionenbeträge aufwenden, um streunende Hunde und Katzen einzufangen und zu versorgen. Den emotionalen Verlust, den es sowohl für den Besitzer als auch für das Tier selbst bedeutet, wenn es verloren geht, kann man nicht in Zahlen fassen. Mikrochips sind ein einfaches und wirksames Mittel, Tierbesitzer und entlaufene Tiere sogar über Ländergrenzen hinweg wieder zu vereinen.

  • Weshalb ist es wichtig, einen Hund identifizieren zu können?

Streunende Hunde können weite Entfernungen zurücklegen. Wenn der Hund keine dauerhafte Kennzeichnung trägt, ist es unmöglich, dass ein Finder den Besitzer feststellen kann. Tierheime haben aber nur begrenzte Aufnahmekapazitäten, d. h. falls der Hund vom Besitzer nicht abgeholt wird, wird er entweder weitervermittelt oder möglicherweise sogar eingeschläfert. Die in einem Mikrochip enthaltenen Informationen sind in zentralen Datenbanken gespeichert, die ein schnelles Ausfindigmachen der Besitzer erlauben. Dies erspart Besitzern und ihren Haustieren viel Aufregung, verringert die Zahl der Tiere in den Tierheimen und hilft den Organisationen, die sich um gefundene Tiere kümmern, Geld zu sparen. Die dauerhafte Kennzeichnung durch einen Mikrochip ist eine Voraussetzung für die Mitnahme Ihres Hundes auf eine Reise nach Großbritannien. Sie ist dort deshalb vorgeschrieben, um überprüfen zu können, dass Ihr Hund die vorgeschriebene Tollwutimpfung erhalten hat. Gibt es Streit zwischen Personen, die jeweils von sich behaupten, Besitzer eines bestimmten Hundes zu sein, ist eine zweifelsfreie Feststellung des tatsächlichen Besitzers durch ein Mikrochip-Implantat möglich.

  • Wie wird ein Mikrochip eingesetzt?

Mikrochips sind kleine Röhrchen etwa von der Größe eines Reiskorns. Sie werden im Bereich des Halsansatzes mit einer weitlumigen Nadel unter die Haut injiziert. Ein Ablesegerät (Scanner), das über den Körper des Tieres geführt wird, sendet ein Magnetfeld aus, das den auf dem Chip enthaltenen und aus 15 Buchstaben bestehenden Code empfangen kann. Dieser Code wird automatisch auf einem Bildschirm wiedergegeben und erlaubt die Identifikation des Besitzers. So ist es möglich, aufgrund der in der Datenbank gespeicherten Angaben, mit ihm in Kontakt zu treten.

  • Ist das Mikrochip-System fälschungssicher?

Da der Code dauerhaft in den Chip eingebrannt ist, besteht kein Risiko, dass ihn jemand verändert. Der 15-stellige Code stellt sicher, dass jedes einzelne Haustier auf der Welt seine eigene Nummer erhält. Es besteht eine internationale Übereinkunft über die bei allen neuen Chips zu verwendende Technologie und die Lesegeräte können alle derzeit verwendeten verschiedenen Chips ablesen.

  • Gibt es eine Alternative zu den Mikrochips?

Hunde können mit Halsbändern und Adressenmarken ausgestattet werden, die jedoch leicht verloren gehen oder beschädigt werden können. Viele Jahre lang wurde die Tätowierung als Mittel zur dauerhaften Kennzeichnung eines Tieres verwendet. Diese Methode hat jedoch eine Anzahl von Nachteilen - die Tusche kann einerseits ausbleichen, andererseits braucht das Tier eine Narkose, damit es während der Tätowierung stillhält. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich während des Aufschreibens einer so langen Zahl zu irren, und es kann zudem schwierig sein, sie auf die Haut von kleinen Hunden aufzubringen.

  • Gibt es Risiken, die mit der Mikrochip-Implantation verbunden sind?

Der Mikrochip kann ohne Narkose unter die Haut Ihres Hundes eingesetzt werden, eine örtliche Schmerzbekämpfung kann jedoch sinnvoll sein. Der mit dem Einsetzen verbundene Schmerz ist nur sehr gering und kurzandauernd, der Chip dagegen verbleibt für den Rest ihres Lebens unter der Haut. Der Chip ist steril und obgleich eine nur sehr geringe Möglichkeit der Infektion besteht, kann diese, falls sie tatsächlich auftritt, leicht behandelt werden. Der Chip selbst bewegt sich nur in seltenen Fällen unter der Haut von der Implantationsstelle weg. Solange er intakt bleibt, kann er aber überall am Körper des Hundes abgelesen werden.

  • Woher weiß ein Finder, dass der aufgefundene Hund mir gehört?

Die Daten des implantierten Mikrochips werden dauerhaft in Datenbanken gespeichert, die in Deutschland durch verschiedene Organisationen betrieben werden. Da Tiere manchmal weite Strecken zurücklegen, ist es sinnvoll, wenn Sie Ihr Haustier in einem überregionalen Register eintragen lassen. Wird ein Tier aufgefunden, kann der Mikrochip mit dem Scanner abgelesen und die Nummer mit der Datenbank verglichen werden. Sie liefert Informationen über den Besitzer, der dann benachrichtigt und über den Verbleib seines Haustiers informiert werden kann. In Zukunft werden Mikrochips aufgrund all ihrer Vorteile wahrscheinlich eine weitere Verbreitung finden, sodass mehr verloren gegangene Tiere wieder mit ihren Besitzern vereint werden können. Aber auch schon jetzt führt die Eintragung von Hunden und Katzen in zentrale Haustierregister dazu, dass jährlich mehrere Tausend Tiere schnell an ihre Besitzer zurückvermittelt werden können.

 

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