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Notfall - Was ist einer und was mache ich?

 
 

Die sofortige tierärztliche Behandlung eines verletzten Hundes kann bei jedem Unfall den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Es ist schneller und bedeutet deshalb bessere Überlebenschancen für den Hund, wenn Sie ihn selbst in die Tierarztpraxis bringen, da dort alle notwendige Ausrüstung vorhanden ist. Das Wichtigste bei einem Unfall ist: Ruhe bewahren! Denn sonst wird dem bereits verschreckten Tier noch mehr Angst eingeflößt und wertvolle Zeit verschwendet.

Wo bekomme ich tierärztliche Notfallhilfe?

Wenn es sich bei dem verletzten Hund um Ihren eigenen handelt, sollten Sie ihn zu uns in die Praxis bringen. Ereignet sich der Zwischenfall jedoch entfernt von zu Hause, wenden Sie sich an die am nächsten gelegene Tierarztpraxis. Wissen zufällig Vorbeikommende oder dort lebende Personen nicht, wo sich diese befindet, sollten Sie eine Telefonzelle suchen und die Auskunft anrufen. Falls es keine Telefonzelle in der Nähe gibt, versuchen Sie es bei der nächsten Polizeidienststelle, der nächsten Post, dem nächsten Laden usw. Unabhängig davon, ob Sie zu Hause oder unterwegs sind: Versuchen Sie immer, die Praxis zunächst telefonisch über unsere Notdienstnummer zu erreichen. Wenn Sie uns telefonisch alarmieren, können wir Ihnen hilfreiche Tipps geben und stehen bei Ihrer Ankunft sofort bereit, um sich um Ihren Hund zu kümmern. Dadurch erhöhen sich seine Überlebenschancen deutlich.

Wie transportiere ich einen verletzten Hund am besten?

Jeder unter Schmerzen leidende Hund kann aggressiv und unvorhersehbar reagieren. Falls er noch laufen kann, wird er wahrscheinlich versuchen wegzulaufen und sich zu verstecken. Eine stabile Transportbox aus Kunststoff oder Fiberglas ist die beste Möglichkeit, einen kleinen Hund sicher zu transportieren und ein Entlaufen zu verhindern. Ist keine derartige Box vorhanden, tut es auch eine Transportschachtel aus Karton, wie sie in Tierarztpraxen oder Tierheimen erhältlich ist. Eine zusammengebrochener Hund oder einer, der möglicherweise Verletzungen der Wirbelsäule davongetragen hat, sollte jedoch so wenig wie möglich bewegt werden, um keine weitere Schädigung zu riskieren. Ein Holzbrett, fester Karton oder sogar eine straff gespannt gehaltene Decke kann als improvisierte Trage dienen - der Hund kann vorsichtig darauf gehoben und damit auf den Rücksitz eines Autos gelegt werden.

Was mache ich, wenn kein Auto zu Verfügung steht?

Ist die Tierarztpraxis problemlos zu Fuß zu erreichen und steht kein Auto zu Verfügung, kann ein kleiner, nur leicht verletzter Hund auch dorthin getragen werden. Sie müssen jedoch unbedingt darauf achten, dass Sie nicht verletzt werden. Ein Hundebiss kann sehr schmerzhaft sein und eine unangenehme Infektion nach sich ziehen. Es kann bei der Bändigung helfen, den Hund in eine Decke oder einen Mantel einzuwickeln. Der Körper des Hundes sollte mit einem Arm gehalten werden, wobei das Gewicht von Ihrem Unterarm aufgefangen wird. Die andere Hand hält ihn sicher aber sanft unter dem Kinn. Große Hunde sollten unbedingt von zwei Personen getragen werden.

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sollte ich ergreifen?

Das Ziel der ersten Hilfe ist, Ihren Hund am Leben zu halten und es ihm möglichst komfortabel zu machen, bis er tierärztliche Hilfe erhält. Dabei sind die wichtigsten Aufgaben, sicherzustellen, dass Ihr Hund ungestört atmen kann, ihn warm zu halten und eventuell vorhandene Blutungen zu stillen. Ist das Tier bewusstlos, müssen Sie das Maul auf Erbrochenes hin untersuchen und die Zunge nach vorne ziehen. Achten sie darauf, dass Sie nicht gebissen werden, während Ihre Finger sich im Maul befinden. Das Abfallen der Körpertemperatur wird vermieden, indem der Hund in eine Decke gewickelt wird. Anstelle der Decke kann auch Zeitungspapier, Küchenfolie oder Ähnliches verwendet werden. Ernsthafte Blutungen treten beim Hund häufiger im Körperinneren auf und sind dann nicht sichtbar. Blässe der Augen- oder Maulschleimhäute kann darauf hindeuten, dass ein Problem vorliegt. Die Blutung aus einer Hautwunde kann durch Anlegen eines Druckverbands aus Watte und einer Zellstoffbinde verringert werden. Abbinden kann helfen, den Blutverlust aus einer Verletzung der Gliedmaßen oder des Schwanzes zu stoppen. Wenn man jedoch keine Erfahrung in erster Hilfe hat, kann es am besten sein, die Verletzung bis zur Ankunft in der Tierarztpraxis in Ruhe zu lassen.

Was genau ist ein Notfall?

Jeder Unfall oder jede Verletzung, die das Leben des Hundes bedroht, stellt einen Notfall dar. Die häufigsten Notfälle sind Autounfälle, Vergiftungen, Verbrennungen und Verbrühungen.

  • Verkehrsunfälle : Wenn Sie beobachten, dass ein Hund überfahren wird und auf der Straße liegen bleibt, ist die erste Aufgabe, zu verhindern, dass er von weiteren Fahrzeugen überrollt wird. Trotz der Gefahr weiterer Schäden, sollte der Hund an einen sicheren Ort gebracht werden. Bringen Sie sich dabei aber nicht selber in Gefahr! Denken Sie daran, dass ein Autofahrer Sie bei Nacht möglicherweise schlecht sehen kann. Nähern Sie sich dem Hund langsam und vorsichtig, um ihm nicht noch mehr Angst zu machen. Nicht alle Verkehrsunfälle werden beobachtet. Wenn Sie einen lahmenden Hund mit zerzaustem Fell sehen, das möglicherweise mit Öl verunreinigt ist, kann es sein, dass er einen Unfall hatte. Er kann ernsthafte innere Verletzungen davongetragen haben und dringend tierärztliche Hilfe benötigen.
  • Vergiftungen: Plötzliche Anfälle heftigsten Erbrechens und/oder Durchfalls, starker Speichelfluss, Stolpern oder plötzliches Zusammenbrechen sind mögliche Anzeichen einer Vergiftung. Wenn Sie zu wissen glauben, was Ihr Hund gefressen hat, nehmen Sie die Packung oder einen Teil der Pflanze mit zu uns in die Praxis. Wenn Sie nicht wissen, wodurch das Problem verursacht wurde, kratzen Sie eine Probe des Erbrochenen oder des Durchfalls in einen Behälter und nehmen Sie es zur Untersuchung in die Praxis mit. Halten Sie das Tier warm und ruhig, bis Sie zur Tierarztpraxis gelangen.
  • Verbrennungen und Verbrühungen: Die Folgen einer Verletzung mit heißen Flüssigkeiten oder durch Feuer kann durch sofortiges Kühlen der Haut vermindert werden. Dafür wird die Wunde mit einer großen Menge kaltem, sauberen Wasser gespült. Das Kühlen muss dabei so schnell wie möglich und vor allem auch genügend lange (mehrere Minuten!) erfolgen. Bei großflächigen Wunden darf das Tier dabei jedoch nicht unterkühlt werden. Das Wasser sollte nicht eiskalt sein. Versuchen Sie nicht, die Verletzung mit Salben oder Ähnlichem zu behandeln. Das Tier muss so schnell wie möglich zu Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt gebracht werden, da jede Behandlungsverzögerung die Schmerzen verschlimmert und das Risiko eines Schocks und des Verlust von Körperflüssigkeit erhöht.

Wann ist es zulässig, ein Tier selber zu behandeln?

Um die Tiere vor unnötigem Leiden zu schützen, wurde schon vor Jahren gesetzlich verboten, dass unqualifizierte Personen tierärztliche Behandlungen durchführen. Deshalb dürfen Hundebesitzer an ihren Tieren ausschließlich Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen, um das Leben des Tieres zu retten oder weitere Schäden zu vermeiden, bis es durch eine Tierärztin/einen Tierarzt behandelt werden kann. Dennoch ist es sinnvoll, als Hundebesitzer einen Erste-Hilfe-Kasten zur Hand zu haben, um etwa kleinere Kratzer o. Ä. zu behandeln und bei einem echten Notfall Erste-Hilfe leisten zu können. Dieser sollte eine Reihe verschiedener Zellstoffbinden und Wundauflagen (Kompressen), eine Decke, ein Klebeband, eine Schere und Einmal-Handschuhe enthalten. Soweit es Ihnen nicht durch unsere Tierärzte geraten wurde, sollten Sie Wunden nicht mit Salben oder Desinfektionsmitteln behandeln. Das ist deshalb nicht sinnvoll, da Hunde häufig alles ablecken, was auf ihre Haut aufgetragen wird und davon krank werden können.

 

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