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Ohrentzündung - Otitis

 
 

Ohrenentzündung, in der Fachsprache von Tierärzten auch als Otitis bezeichnet, kommt bei Hunden sehr häufig vor. Bei einigen Hunden entwickelt sich daraus ein ständiges Problem, und in sehr ernsten Fällen kann eine Operation nötig sein, um die Erkrankung in den Griff zu bekommen.

Wieso sind Hunde für Ohrenentzündungen so anfällig?

Ein Hundeohr unterscheidet sich in seinem anatomischen Aufbau beträchtlich von unseren Ohren. Bei einem menschlichen Ohr verläuft der Gehörgang waagerecht direkt von der Ohrmuschel zum Trommelfell. Beim Hund verläuft der Gehörgang von der Ohrmuschel zuerst senkrecht nach unten, um dann in einem 90° Winkel zum Trommelfell hin abzuknicken. Hinzu kommt noch, dass bei Hunden mit Hängeohren die Öffnung in den Gehörgang teilweise verdeckt wird. Dadurch ist es dort ständig warm und feucht. Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die das Ohr zusätzlich reizen können. Fremdkörper, v. a. Grassamen, können sich festsetzen und eine Entzündung hervorrufen. Es gibt auch eine Milbenart, die sich im Ohr einnisten kann. Häufig ist es schwierig herauszufinden, wodurch das Problem ursprünglich verursacht wurde. Wenn das Ohr aber erst einmal schmerzt oder juckt, fängt Ihr Hund an zu kratzen, und das Problem verschlimmert sich.

 

Was sind Anzeichen einer Ohrenentzündung?

Eine Ohrenentzündung im fortgeschrittenen Stadium ist kaum zu übersehen. Die meisten Hunde fangen an, mit dem Kopf zu schütteln. Sie setzen sich ständig hin, um sich mit der Pfote am Ohr zu kratzen oder ihr Ohr am Boden zu reiben. Einige Hunde schütteln ihren Kopf so stark hin und her, dass Blutgefäße in der Ohrmuschel platzen können. Die Ohrmuschel füllt sich mit Blut und schwillt an (Othämatom). In diesen Fällen ist meist eine Operation nötig, um das Blut ablaufen zu lassen. Viele Ohrenentzündungen infizieren sich mit Bakterien, wodurch die betroffenen Hunde einen übel riechenden Ohrenausfluss haben. Der Gehörgang enthält häufig schwarzes Ohrenschmalz. Einige Hunde, die an Ohrenentzündung leiden, sitzen auch einfach nur da und halten den Kopf schief.

Wieso kann ich meinem Hund nicht einfach die Ohren putzen?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund an einer Ohren- entzündung leidet, sollten Sie mit ihm unbedingt zu uns kommen. Wir werden mit einem speziellen medizinischen Instrument, einem so genannten Otoskop, die Ohren Ihres Hundes untersuchen. Mit einem Otoskop kann der gesamte Gehörgang bis hin zum Trommelfell untersucht werden. Wir können so sehen, wie weit die Entzündung fortgeschritten ist, ob Fremdkörper oder Milben vorhanden sind und ob bereits eine Schädigung des Trommelfells vorliegt. Viele Hunde haben es nicht sehr gerne, wenn jemand ihre Ohren anfassen möchte, und sie sind meistens noch empfindlicher, wenn die Ohren weh tun. Für eine gründliche Untersuchung kann es deshalb nötig sein, Ihrem Hund ein Beruhigungsmittel zu geben oder ihn sogar für eine kurze Zeit in Narkose zu legen. Wenn ein Fremdkörper die Ohrenentzündung verursacht, muss er unbedingt entfernt werden, da es sonst zu bleibenden Schäden an dem betroffenen Ohr kommen kann.

Wie wird eine Ohrenentzündung behandelt?

Eine Ohrenentzündung muss in jedem Fall behandelt werden, da sie erfahrungsgemäß nicht von alleine weggeht, sondern stattdessen immer schlimmer wird. Die Behandlung hat das Ziel, den Grund der Entzündung zu beseitigen, die Entzündung zu mildern und die Infektion zu bekämpfen. Wenn ein Fremdkörper vorhanden ist, der das Ohr ständig reizt, muss dieser entfernt werden. Eventuell vorhandene Ohrmilben erfordern eine spezielle Behandlung. Wir werden eventuell eine Probe des Ohrenschmalzes entnehmen und im Labor untersuchen lassen, damit sie/er die bestmögliche Therapie auswählen kann. Wir geben Ihrem Hund wahrscheinlich Ohrentropfen und möglicherweise auch Tabletten. Damit die Ohrentropfen überhaupt wirken können, muss das Ohr vorher gründlich gereinigt werden. In weiter fortgeschrittenen Fällen muss es gründlich gespült werde. Dafür ist meist eine Narkose nötig und wir werden Sie eventuell bitten, Ihren Hund dazulassen oder nochmals wiederzubringen. In weniger schweren Fällen kann es auch ausreichen, wenn das Ohr vorher mit einem Ohrenreiniger gereinigt wird. Wir werden Ihnen zeigen, wie man das macht. Halten Sie sich genau an ihre/seine Anweisungen. Führen Sie die Behandlung auf jeden Fall zu Ende, auch wenn es nach ein oder zwei Tagen den Anschein hat, dass Ihr Hund gesund ist.

Kann ich meinen Hund einfach mit den Ohrentropfen behandeln, die ich bereits zu Hause habe?

Nein! Träufeln Sie auf keinen Fall etwas in das Ohr Ihres Hundes, bevor er nicht von uns untersucht worden ist. Selbst Tropfen, die Sie früher von ihr/ihm bekommen haben, können in diesem Fall mehr Schaden anrichten, als Gutes tun. Zum einen sind Ohrentropfen im Allgemeinen nicht sehr lange haltbar, nachdem Sie einmal geöffnet worden sind. Zum anderen kann der Ohrenentzündung dieses Mal ein ganz anderes Problem zu Grunde liegen, als beim letzten Mal. Denken Sie bitte daran, dass eine Ohrenentzündung nicht nur einen starken Juckreiz verursacht, sondern auch äußerst schmerzhaft sein kann. Sie sollten also Ihrem Hund den Gefallen tun und sobald wie möglich mit ihm unsere Praxis aufsuchen.

Was passiert, wenn die Ohrenentzündung unbehandelt bleibt?

Erfahrungsgemäß heilt eine Ohrenentzündung nicht von alleine aus. Je länger Sie mit einer Behandlung warten, umso schwieriger wird es, die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Jedes Mal, wenn Ihr Hund eine Ohrenentzündung hat, wird der Schaden größer und schließlich werden die Wände des Gehörgangs chronisch verdickt. Das führt dazu, dass keine frische Luft bis ans Ende des Gehörgangs gelangen kann, weshalb Infektionen noch wahrscheinlicher werden. Wenn eine Ohrenentzündung trotz Behandlung immer wieder auftritt, kann eine Operation erforderlich sein. Dabei wird ein Teil der Wand des Gehörkanals entfernt, damit Luft und Ohrentropfen bis an die erkrankte Stelle gelangen können.

Wieso bekommt ausgerechnet mein Hund immer wieder eine Ohrenentzündung?

Unglücklicherweise sind einige Hunde einfach anfälliger als andere. Vor allem Hunde mit langen Hängeohren, z. B. Spaniels, leiden häufig darunter. Durch die langen Hängeohren wird die Öffnung des Gehörgangs verdeckt und es gelangt weniger Luft hinein. Das Ohr ist ständig warm und feucht, was einen idealen Nährboden für Erreger darstellt. Bei diesen Hunden wachsen normalerweise auch viele Haare in den Gehörgang hinein, die mit Ohrenschmalz und Ohrentropfen verklebt werden können, was das Problem noch verschlimmert. Auch Hunde, die sich oft und lange im Wasser aufhalten, bekommen häufig eine Ohrenentzündung. Wasser in den Ohren kann dazu führen, dass sich bestimmte Erreger schneller als normal vermehren können. Hunde, die an einer Allergie leiden, sind ebenfalls oft von Ohrenentzündungen betroffen. Der Gehörgang ist mit normaler Haut ausgekleidet und kann wie der Rest der Haut allergisch reagieren.

Wie kann ich verhindern, dass mein Hund eine Ohrenentzündung bekommt?

Unglücklicherweise ist es in den meisten Fällen unmöglich, eine erneute Ohrenentzündung zu verhindern. Tatsächlich ist es eher so, dass Hunde, die einmal eine Ohrenentzündung hatten, höchstwahrscheinlich immer wieder darunter leiden werden. Sie sollten die Ohren Ihres Hundes regelmäßig überprüfen und ihn unverzüglich uns vorstellen, wenn die Ohren gerötet sind oder entzündet aussehen. Regelmäßige Reinigung der Ohren entfernt Ohrenschmalz und Dreck. Allerdings kann zu häufiges Reinigen das Innere des Ohres reizen und es wird anfälliger für Infektionen. Wenn Sie keine andere Anweisungen von uns erhalten haben, sollten Sie die Ohren Ihres Hundes einmal die Woche reinigen. Haare, die in den Gehörgang hineinwachsen, sollten regelmäßig entfernt werden, um eine gute Belüftung des Ohres zu gewährleisten. In den meisten Fällen kommt es ein paar Tage nach Behandlungsbeginn zu einer schnellen Besserung der Symptome. Unglücklicherweise ist das aber nicht das Ende des Problems. Sehr wahrscheinlich wird Ihr Hund in Zukunft öfters unter einer Ohrenentzündung leiden. Sie sollten deshalb dafür besonders aufmerksam sein und bei den ersten Anzeichen einer möglichen Ohrenerkrankung sofort mit Ihrem Hund zum Tierarzt gehen. Je länger die Krankheit unbehandelt bleibt, umso schwerer wird der Schaden, und umso schwieriger ist es, das Problem in den Griff zu bekommen.

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Gehörgangentzündung - Otitis