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HUnd - Trennungsangast

 
 

Wir verlangen heutzutage wirklich viel von unseren Hunden. Wir erwarten von Ihnen, dass sie sich anstandslos in unseren hektischen Lebensrhythmus einfügen. Glücklicherweise gelingt es den meisten Hunden anscheinend sehr leicht, sich uns anzupassen. Es gibt jedoch einige Hunde, denen der Stress manchmal doch zu viel wird. Manche dieser Hunde zeigen ihre Gefühle dadurch, dass sie ein Chaos im Haus anrichten, wann immer ihr Besitzer sie alleine lässt. Leben mit diesen Hunden kann dann wiederum für den Besitzer sehr stressig sein.

Was versteht man unter Trennungsangst bei Hunden?

Wie der Name schon sagt, leiden diese Hunde übermäßig unter der Trennung von ihrem Besitzer. Diese Verhaltensstörung scheint bei einigen Rassen häufiger vorzukommen als bei anderen. Sie kann teilweise auch die Folge einer mangelnden Sozialisierung im Welpenalter sein.

Wieso kommt es zu dieser Verhaltensstörung?

Hunde sind Rudeltiere und sehen Ihren Besitzer als "Leitwolf" (zumindest in den meisten Fällen). In der Natur ist es nicht üblich, dass ein Tier zurückgelassen wird und der Rest des Rudels irgendwelche Dinge ohne es unternimmt. Kein Hund bleibt gerne alleine, aber einige Hunde leiden unter regelrechter Trennungsangst. Vor allem bei Hunden, die in ihrem ersten Lebensjahr öfters den Besitzer gewechselt haben, kommt dies vermehrt vor. Wahrscheinlich sind diese Hunde sehr verunsichert. Häufig verschlimmert sich das Problem dadurch, dass ein Hund aus dem Tierheim geholt wird und dann nach kurzer Zeit wieder dorthin zurückgebracht wird, weil der neue Besitzer mit der Trennungsangst und der damit verbundenen Zerstörungswut nicht fertig wurde. Wenn der Hund dann wieder vermittelt wird, hat sich das Problem meist verschlimmert und häufig wird er dann erneut zurückgegeben.

Wodurch wird das Problem ausgelöst?

Dieses Problem kann auftreten, nachdem ein Hund für einige Zeit in einer fremden Umgebung untergebracht war, z. B. in einer Hundepension, und dann wieder nach Hause zurückkehrt. Es tritt ebenfalls vermehrt auf, wenn der Besitzer eine Zeitlang zu Hause war, z. B. im Mutterschutz oder während der Sommerferien, und dann wieder zu arbeiten anfängt. Der Hund hat sich an viel Aufmerksamkeit und das Zusammensein mit ihm lieb gewordenen Menschen gewöhnt. Wenn er dann auf einmal wieder alleine in einem ruhigen, leeren Haus ist, fühlt er sich verständlicherweise einsam.

Wie äußert sich Trennungsangst?

Trennungsangst kommt üblicherweise bei jungen ausgewachsenen Tieren vor. Die meisten Hunde, die an dieser Verhaltensstörung leiden, werden aufgeregt, sobald Sie spüren, dass ihr Besitzer aus dem Haus gehen will. Sie sind extrem anhänglich, lassen ihren Besitzer nicht aus den Augen und folgen ihm von Raum zu Raum. Nachdem er dann das Haus verlassen hat, zeigen sie zerstörerisches Verhalten: Häufig werden diese Hunde unrein und setzen im Haus Kot und Harn ab, unaufhörliches Bellen und das Zerstören von Gegenständen wird ebenfalls häufig beobachtet. Einige Hunde übergeben sich oder bekommen Durchfall, während andere damit beginnen, sich selbst zu beißen oder zu benagen. Wenn der Besitzer schließlich zurückkommt, zeigen viele Hunde inmitten des angerichteten Chaos ein unterwürfiges Verhalten, kriechen auf dem Boden und winseln, weil sie bei einer früheren Gelegenheit von ihrem wütenden Besitzer für ihr destruktives Verhalten bestraft wurden.

Wie kann ich meinem Hund helfen?

Ihrem Hund kann geholfen werden. Allerdings müssen Sie bereit sein, viel Zeit und Geduld zu investieren. Bestrafen Sie niemals Ihren Hund, wenn Sie heimkommen und er ein Chaos angerichtet hat - das verschlimmert das Problem nur. Ihr Hund richtet all den Schaden an, weil er Angst hat, wenn Sie nicht da sind. Wenn Sie ihn bestrafen, verbindet er das von ihm angerichtete Chaos mit Ihnen und der Bestrafung. Wenn Sie ihn wieder alleine lassen, wird er erneut ein Chaos anrichten und dabei immer unsicherer und ängstlicher, weil er weiß, dass er dafür von Ihnen bestraft werden wird. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, müssen Sie Ihren Hund an das Alleinsein gewöhnen. Beginnen Sie damit, anfangs nur für kurze Zeit wegzugehen. Lassen Sie ihn dann allmählich immer längere Zeit alleine. Wir können Sie beraten, wie Sie genau vorgehen sollen. In sehr schwierigen Fällen kann es nötig sein, dass Sie mit Ihrem Hund einen Spezialisten für Verhaltensprobleme aufsuchen. Mit fachmännischer Anleitung und einiger Geduld zeigt sich bei den meisten Hunden schon nach vier Wochen eine Besserung und nach ein paar Monaten ist das Problem in vielen Fällen gelöst.

Gibt es Medikament, die helfen können, meinem Hund die Angst zu nehmen?

Es gibt Medikamente, die in solchen Fällen verschrieben werden können. Es sind aber keine Wundermittel, und die Verabreichung der Medikament alleine wird das Problem nicht lösen. Allerdings können sie den Erfolg einer Verhaltenstherapie beschleunigen.

Wie kann ich meinem Hund zusätzlich helfen?

Denken Sie daran, dass das Problem nur auftritt, wenn Ihr Hund alleine gelassen wird. Am Anfang der Behandlung sollten Sie Ihren Hund deshalb möglichst nicht für längere Zeit alleine lassen. Wenn Sie unbedingt verreisen müssen, ist es besser, Sie finden jemanden, der während Ihrer Abwesenheit bei Ihnen zu Hause wohnt und auf Ihren Hund aufpasst. Vermeiden Sie es, ihn in einer Hundepension unterzubringen. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, ob es nicht möglich ist, Ihren Hund wenigstens für einige Zeit mit zur Arbeit zu bringen. Dadurch sind sowohl Ihr Hund als auch Sie selbst weniger gestresst!

 

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