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Wurmbefall - Endoparasiten

 
 

Die Entdeckung, dass Ihr Hund Würmer hat, mag für Sie beunruhigend sein, sie sollte Sie jedoch nicht überraschen. Schließlich haben alle Haustiere irgendwann in ihrem Leben Würmer, und viele werden ohne routinemäßige Entwurmungen immer wieder erneut befallen. Nur in seltenen Fällen verursachen Würmer ernsthafte Schäden. Da es relativ einfach und preiswert ist Würmer loszuwerden, ist eine regelmäßige Behandlung sehr empfehlenswert. Das sollten Sie schon deshalb in Erwägung ziehen, weil einige Wurmarten auch auf den Menschen übertragbar sind.

Welche Würmer kommen beim Hund vor?

Bei Hunden sind zwei Arten von Würmern als Parasiten von Bedeutung: Rundwürmer und Bandwürmer. Rundwürmer sind weiß und können bis zu 15 cm lang werden. Wie ihr Name schon sagt, sind sie rund im Durchmesser (wie eine Schnur), während Bandwürmer platt sind (ähnlich einem Geschenkband). Bandwürmer können bis zu 60 cm lang werden. Sowohl Rundwürmer als auch Bandwürmer leben im Darm des Hundes. Dort kommen noch zwei weitere, kleinere Wurmarten vor, die den Rundwürmern ähneln: die Peitschenwürmer und die Hakenwürmer. Beide sind allerdings seltener als die Rund- und Bandwürmer. In einigen Ländern gibt es noch weitere parasitische Würmer. Sie befallen die Lunge, das Herz, den Magen oder die Harnblase des Hundes. In Europa sind diese Würmer jedoch selten.

Welchen Schaden richten die Würmer an?

Darmwürmer ernähren sich von dem, was Ihr Hund gefressen hat. Sie können den Darm so stark schädigen, dass es zu Blutverlust kommt. Würmer können außerdem Durchfall, Austrocknung und Blutarmut verursachen, wodurch Ihr Hund körperlich abbaut sowie anfälliger für andere Krankheiten wird. Wenn Ihr Hund sehr stark befallen ist, hustet er, verliert an Gewicht und bekommt ein trockenes, struppiges Fell oder einen weit ausladenden Bauch, einen sogenannten "Wurmbauch". Bei einem Welpen kann ein Wurmbefall so ernst sein, dass das betroffene Tier in seinem Wachstum zurückbleibt und in sehr ernsten Fällen sogar stirbt. Bei einer großen Anzahl von Würmern kann die Darmpassage verlegt werden, was einen tödlichen Ausgang nehmen kann. Bei ausgewachsenen Hunden kommt dies allerdings selten vor.

Wie werden Würmer übertragen?

Rundwürmer leben im Darm und legen mehrere Tausend Eier, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Die Eier können Monate und sogar Jahre in der Erde überleben und müssen einige Zeit in der Umgebung reifen, bevor sie ein anderes Tier infizieren können. Der neue Wirt wird entweder direkt angesteckt, indem der Hund das Ei aufnimmt, oder indirekt, indem das Ei von einem Nagetier aufgenommen wurde und dieses dann von einem Hund gefressen wird. Im Darm des Nagetiers - und manchmal auch des Menschen - schlüpft das Ei, durchbohrt die Darmwand und nistet sich als ruhendes Larvenstadium irgendwo im Körper ein. Unreife Würmer können auch im Körper eines infizierten Hundes überleben. Bei Hündinnen können die Larven in das Gesäuge einwandern, und werden mit der Milch auf die Welpen übertragen.

Bandwürmer verankern sich mit ihrem Kopf in der Darmwand und wachsen durch fortwährende Entwicklung weiterer Segmente, wobei jedes Segment mit Wurmeiern angefüllt ist. Diese Bandwurmglieder werden nach und nach abgestoßen und vom Hund mit dem Kot ausgeschieden. Sie kriechen manchmal kurze Zeit ähnlich einer Made und trocknen dann ein (manchmal bleiben sie dabei am Fell Ihres Hundes hängen). Die häufigste Bandwurmart wird mit Hilfe von Flöhen auf den nächsten Hund übertragen. Unreife Flöhe leben in der Umgebung und ernähren sich von verschiedenen festen Stoffen einschließlich Hundkot. Der Hund infiziert sich, wenn er beim Putzen den ausgewachsenen Floh verschluckt. Ein weniger verbreiteter Bandwurm braucht Mäuse und andere Nagetiere um seinen Lebenszyklus zu vollenden. Die Eier, die über den Hundekot ausgeschieden werden, werden durch das Nagetier aufgenommen und bilden inaktive Zysten in Muskeln und anderen Organen. Ihr Hund infiziert sich, indem er ein solches Nagetier jagt und frißt.

Woher weiß ich, ob meine Hund Würmer hat?

Abgesehen von den oben beschriebenen allgemeinen Auswirkungen auf die Gesundheit Ihres Hundes, kann der Befall durch Untersuchung des Kots festgestellt werden. Neuere Untersuchungen zeigen aber, daß Kotuntersuchungen aus Proben, die von einem Tag stammen, nicht zuverlässig sind. Nur Kotproben von drei verschiedenen Tagen und Uhrzeiten geben eine gewisse Sicherheit. Häufig kommen falsch negative vor. Hunde haben dann Würmer trotzdem in der Kotprobe keine Würmer nachzuweisen waren (negative Proben). Es kommt auch vor, dass Welpen Rundwürmer erbechen oder im Kot ausscheiden. Bandwurmglieder, die wie Reiskörner aussehen, können Sie häufig auf dem Kot oder im Fell am Hinterteil Ihres Hundes finden. Die Glieder können sich manchmal noch bewegen. Die Eier von Rundwürmer können dagegen nur unter dem Mikroskop gesehen werden.

Wie können Würmer beseitigt werden?

Es gibt einige sehr wirksame Medikamente, die die Würmer abtöten. Sie sind als Flüssigkeit, Tabletten oder Injektionsmittel erhältlich. Es sind jedoch nicht alle Produkte gleich wirksam. So wirken einige nur gegen ganz bestimmte Bandwurmarten. Wir werden Sie darüber beraten, welches Mittel für Ihren Hund am besten geeignet ist. Würmer sind so verbreitet, dass man ohne Weiteres davon ausgehen kann, dass jeder Welpe, jeder Hund mit Flöhen und jedes Tier, das regelmäßig Nagetiere fängt, davon befallen ist. Welpen sollten im Alter von vier bis 16 Wochen alle zwei Wochen behandelt werden, ältere Hunde etwa alle drei Monate. Sie sollten mit Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt sprechen, um die für Ihren Hund angemessene Behandlungsweise zu finden.

Können meine Familie oder ich befallen werden?

Die beim Hund vorkommende, verbreitetste Rundwurmart ist zwar für den Menschen eine seltene, aber nichtsdestotrotz mögliche und ernste Gefahr. Die Larvenstadien bohren sich durch die Darmwand des Menschen und nisten sich irgendwo im Körper ein. Sie können dadurch beispielsweise im Auge ernsthaften Schaden anrichten. Es gibt vereinzelt immer wieder Berichte über Opfer, meist Kinder, die infolge eines Rundwurmbefalls auf einem Auge erblindet sind.

Was kann ich tun, um das Risiko eines Befalls zu verringern?

Ein Weg ist die regelmäßige Entwurmung Ihrer Haustiere.

Nach Angaben der deutschen Veterinärparasitologen sollte ein Hund alle drei Monate entwurmt werden. Tiere, die mit sogenannten Risikogruppen wie Kinder, immunsuprimierte und alte Menschen sogar noch häufiger.

Es gibt jedoch noch eine ganze Anzahl von Maßnahmen, wodurch die Übertragung von Würmern von einem Hund auf den anderen - oder vom Hund auf den Menschen - verhindert werden kann: Wenn Ihr Hund den Garten als Toilette benutzt, sollten Sie den Kot entweder aufsammeln und in einer verschlossenen Tüte in Ihre Mülltonne geben. Untersuchen Sie Ihren Hund auf Flöhe hin und behandeln Sie ihn regelmäßig mit dem von Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt empfohlenen Medikament. Flöhe kommen während des Sommers und im Herbst häufiger vor.

Kinder stecken ihre schmutzigen Finger und andere Dinge in den Mund. Dadurch können sie Wurmeier aufnehmen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Kinder nach dem Spielen im Freien die Hände waschen, vor allem dann, wenn Hunde dort möglicherweise ihr Geschäft erledigt haben. Die größte Gefahr der Infizierung Ihres Kindes geht jedoch von anderen Kindern aus, nicht von Ihrem Hund.

 

 

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Hund Wurmzyklus

Zyklus Hakenwurm