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Zecken

 
 

Die für unsere Haustiere wichtigsten Zeckenarten gehören zu den Schildzecken. Sie entwickeln sich vom Ei über ein Larvenstadium und einem Nymphenstadium zum geschlechtsreifen Tier. Sie ernähren sich durch Blutsaugen an Säugetieren, Vögeln und sogar Reptilien. Für die Häutung zum nachfolgenden Entwicklungsstadium ist eine Blutmahlzeit unbedingt erforderlich. Die Länge des Entwicklungszyklus ist abhängig von Klimafaktoren.

Ixodes ricinus - der Holzbock
ZeckeDiese Zecke kommt in ganz Europa vor. Die adul­ten Zecken erklettern Gräser, Büsche und ähnliche Pflanzen in ihrem Terrain. Durch Duftstoffe wie z.B. Ameisensäure wird die Zecke veranlaßt, sich   auf den Wirt fallen zu lassen. Nachdem   sie eine geeignete Stelle zum Saugen gefunden hat, dringen die Mundwerkzeuge in die Haut und werden durch die besonderen Eigenschaften des Zeckenspeichels festzementiert. Dies verhindert, daß die Zecke während der durchschnittlich einwöchigen Mahlzeit vom Wirt abgestreift wird. Durch das Blutsaugen variiert die Größe der Zecken je nach Entwicklungsstadium zwischen 1 und 15 mm.

Rihipicephalus sanguineus - Die braune Hundezecke
Diese Zecke kommt in Europa eigentlich nur im Mittelmeerraum vor, da sie im Freiland wegen der niedrigen Temperaturen in nördlicheren Gebieten nicht überleben kann. Allerdings ist sie mittlerweile europa­weit verschleppt worden und hat sich in Wohnhäusern, Stallungen und anderen Gebäuden auch bei uns etabliert. Wegen der hohen Vermehrungsrate kann es zum Massenbefall kommen.

Schadwirkung durch Zecken
Durch das Eindringen der Mundwerkzeuge in die Haut des Wirtes kommt es zu lokalen entzündlichen Reaktionen, die durch eingeschleppte Erreger kompliziert wer­den können. Entzündungen größeren Ausmaßes können entstehen, wenn die Zecke unsachgemäß entfernt wird und Teile der Mundwerkzeuge in der Haut des Wirtes verbleiben.

Die Zecke vorsichtig und langsam herausziehen oder mit Hilfe einer Zeckezange herausdrehen. Da­bei die Zecke im Bereich des Kopfes anfassen - nicht am Körper. Die Richtung ist unerheblich, da Zeckenköpfe "kein Gewinde haben".

Bekämpfung von Zecken
Die Bekämpfung erfolgt auf dem Tier. Ziel ist es die Zecke bereits vor dem Saugen zu vernichten (Hinweis- Die zum jetzigen Zeitpunkt audf demmarkt befindlichen Tabletten gegen Zecken können das nicht!). Dazu stehen uns sehr wirksame und wenig giftige Mittel zur Verfügung (siehe dort).

Durch Zecken übertragene Krankheiten:

Die Borreliose

Die Erreger der Borreliose ist ein Bakterium, das von verschiedenen Stadien von Ixodes ricinus (Holzbock) übertragen wird. In Deutschland sollen durchschnittlich 10% der Ixodeszecken infiziert sein. Für Schleswig-Holstein liegen keine Zahlen vor, aber die Häufigkeit des Auftretens der Borreliose läßt vermuten, daß bei uns die Borreliose selten ist. Die Erreger befinden sich im Darm und den Speicheldrüsen der Zecke. Es dauert ca. 24 Stunden bis die aktivierten Erreger in den Hund eingedrungen sind. Es besteht also ausreichend Zeit mit den modernen Mitteln die Zecke zu töten bevor sie gefährlich wird. Die Symptome der Borreliose sind vielfältig. Zuerst kommen Anzeichen einer Mattigkeit und Fieber, später vor allem Lahmheiten. Spätfolgen sind in der Regel Gelenkbeschwerden. Die Diagnose ist schwierig, da auch Blutuntersuchungen nicht immer eindeutige Ergebnisse ergeben.   Wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt wird ist die Behandlung mit Anti­biotika sehr gut möglich und auch erfolgreich.

Schutzimpfung gegen Borreliose
 
(fälschlicherweise   Zeckenimpfung genannt) . Seit 1999 kann man gegen die Borreliose -nicht gegen Zecken!!!- impfen. Diese Impfung wird von der Industrie sehr beworben. Leider ist in der Wissenschaft die Schutzwirkung dieser Impfung noch umstritten. Deshalb und wegen der relativ guten Vorbeugemedikamente gegen Zeckenbefall, des relativ selten Auftretens der Erkrankung in unser Region, der guten Behandlungsmöglichkeit beim rechtzeitigem Erkennen und der nicht unerheblichen Kosten der Impfung gehört die Impfung bei uns nicht zur Routineverfahren. Das heißt nicht, daß man gar nicht impfen sollte. Wenn Sie Reisen in entsprechend betroffene Zeckengebiete planen, oder wenn der Verdacht auf eine Borrelioseinfektion vorlag, empfehlen wir die Impfung vornehmen zu lassen. Die Impfentscheidung sollte individuell getroffen werden. Bitte fragen Sie uns!!

Die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME)
Diese von einem Virus verursachte Erkrankung ist beim Hund sehr selten (nur wenige Fälle sind in Europa bekannt) und kommt nach dem jetzigen Kenntnisstand bei Hunden in Schleswig-Holstein nicht vor. Eine Impfung ist in der Erprobung, aber der Wirksamkeitsnachweis liegt noch nicht vor.

Die Babesiose
Die Babesien sind Blutparasiten, die von Zecken übertragen werden. Hauptverbreitungsgebiet sind die mediterranen Länder. Sie wir auch als Hundemalaria bezeichnet. Seit dem zunehmenden Import von Hunden aus dem Mittelmeerraum wegen angeblichen Tierschutzes kommt diese Erkrankung auch bei uns in Deutschland vermehrt vor. Unsere einheimischen Hunde erkranken daran schwer, da sie keine natürliche Abwehr wie Hunde aus dem Mittelmeergebieten besitzen.Todesfälle sind dann möglich, unter anderem deshalb, weil es keine wirkliche Therapie gibt. Inzwischen ist sogar ein Impfstoff in Deutschland zugelassen, dessen Wirksamkeit aber noch umstritten ist. Nur Hunde, die in denSüden fahren sollten geimpft werden.

Zusammenfassend ist zu sagen, daß die Gefahr, die von Zecken in unser Region ausgeht nicht überschätzt werden sollte. Mit Hilfe der guten und wenig giftigen Vorbeugepräparate sollten Erkrankungen, die von Zecken ausgehen bei uns sehr selten sein!

 

Achtung - Hinweis für die Zeckenprophylaxe mittels Tabletten finden Sie hier! Tabletten schützen nicht für übertragbaren Erkrankungen!

 

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