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Katze - Leukose (FeLV)

 
 

Die Leukose der Katze, hervorgerufen durch das Feline Leukämie Virus (FeLV), ist eine der gefährlichsten Viruserkrankungen der Katze. Etwa ein Drittel aller Katzen, die damit in Kontakt kommen, entwickeln eine bleibende Infektion, die fast immer tödlich endet. Eine FeLV-Infektion verursacht eine ganze Reihe verschiedener Symptome. Sie kann die Katzen auch für andere Infektionen empfänglicher machen, indem sie ihre Abwehrkräfte schwächt. Die Auswirkungen des Virus auf das Immunsystem ähneln denen von mit AIDS infizierten Menschen. FeLV befällt jedoch ausschließlich Katzen. Es kann weder den Menschen noch andere Tiere infizieren.

  • Wie wird die Krankheit übertragen?

Das Feline Leukämie Virus kommt in den Körperflüssigkeiten infizierter Katzen, v. a. in ihrem Speichel vor. Das Virus kann übertragen werden, wenn Katzen sich gegenseitig putzen, denselben Futternapf oder dieselbe Katzentoilette benutzen, sich anniesen oder beißen. Seltenere, aber ebenfalls vorkommende Infektionsmöglichkeiten, sind die Paarung und die Übertragung von der Mutter auf die Welpen. Letzteres geschieht entweder noch in der Gebärmutter oder nach der Geburt über die Muttermilch.

  • Welche Katzen sind besonders gefährdet, sich mit FeLV anzustecken?

Etwa eine von 100 Katzen hat eine persistierende Infektion, d. h. dass das aktive Virus fortwährend im Körper verbleibt. Leben mehrere Katzen unter demselben Dach, ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung höher. Auf diese Weise können mehrere Katzen infiziert werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung steigt außerdem mit zunehmendem Alter der Katze. Es sind jedoch die jungen Tiere (unter sechs Monate alt), die sich am leichtesten mit dem Virus anstecken. Bei etwa einem Drittel dieser Tiere bricht die Krankheit schließlich aus.

  • Wie wirkt sich FeLV aus?

Bei der Hälfte der an FeLV sterbenden Katzen ist die Zerstörung der weißen Blutkörperchen das Hauptproblem. Diese stellen eine der Hauptabwehrkräfte des Körpers gegen Krankheiten dar. Die Katze ist mit stark verminderter Anzahl von weißen Blutkörperchen weitgehend schutzlos gegenüber anderen Krankheitserregern. Weitere Symptome der Krankheit sind Anämie (Blutarmut) und Krebserkrankungen. In manchen Fällen kommt es zu Unfruchtbarkeit, Fehl- und Totgeburten oder zur Geburt lebensschwacher Welpen. Auch Augenentzündungen, Gewichtsverlust, Darmerkrankungen oder Nervenschäden können durch FeLV verursacht werden. Eine infizierte Katze kann noch mehrere Monate lang gesund bleiben. Es sterben jedoch etwa acht von zehn Katzen innerhalb von drei Jahren nach Ansteckung mit dem Virus.

  • Kann man herausfinden, ob eine Katze infiziert ist, bevor die Krankheit tatsächlich ausbricht?

Die Infektion mit FeLV muss vermutet werden, wenn Ihre Katze eine Krankheit nach der anderen bekommt. Es gibt einen einfachen Bluttest, der zeigt, ob Ihre Katze mit dem Virus Kontakt hatte. Ein positives Testergebnis ist aber nicht unbedingt eine Katastrophe - es kann einfach bedeuten, dass Ihre Katze sich zwar angesteckt hatte, aber nun immun, d. h. dagegen geschützt ist. Genauso ist auch ein negatives Ergebnis nicht eindeutig - ist die Infektion sehr frisch, hat Ihre Katze vielleicht bisher noch nicht auf das Virus reagiert (also noch keine Antikörper produziert, die ein Test feststellen könnte). Für eine verlässliche Aussage, kann es deshalb notwendig sein, im Abstand von wenigen Wochen zwei Bluttests durchzuführen.

  • Kann FeLV behandelt werden?

Wenn sich die Infektion erst einmal etabliert hat, gibt es kein Mittel, um sie aufzuhalten. Eine medikamentöse Behandlung kann das Wohlbefinden Ihrer Katze erhöhen. Sie kann auch helfen, weitere infolge der FeLV-Infektion entstehende Infektionen zu bekämpfen. FeLV-Impfstoffe können die Krankheit bei etwa acht von zehn geimpften und dem Virus ausgesetzten Katzen verhindern. Die erste Impfung der Grundimmunisierung sollte der Katzenwelpe etwa im Alter von acht bis zehn Wochen erhalten, jährliche Wiederholungsimpfungen sind nötig, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Wenn sich aber Ihre Katze bereits infiziert hat, ist es für eine Impfung zu spät. Es kann sein, dass die Impfung gegen FeLV nicht in der jährlichen Routineimpfung enthalten ist, die wir verabreichen. Wenn Sie möchten, dass Ihre Katze gegen diese Krankheit geschützt wird, fragen Sie uns.

  • Sind Impfungen gegen FeLV gefährlich?

Die Impfstoffe gegen FeLV sind sehr sicher. Reaktionen wie die Bildung eines Knotens können jedoch in seltenen Fällen auftreten. Ist Ihre Katze die einzige in Ihrem Haushalt und verbringt die gesamte Zeit drinnen, so ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie mit dem Virus überhaupt in Kontakt kommt. Daher ist eine Impfung meist nicht erforderlich. Gibt es bereits mehrere Katzen im Haushalt und es soll eine neue hinzukommen, lohnt es sich, sie alle auf FeLV testen zu lassen. Diejenigen, die keine Antikörper gegen das Virus besitzen, sollten dann rechtzeitig vor Ankunft der neuen Katze geimpft werden.

  • Meine Katze hat ein positives Testergebnis auf FeLV - was mache ich jetzt?

Zeigen zwei innerhalb weniger Wochen aufeinander folgende Tests Antikörper gegen FeLV, dann kann davon ausgegangen werden, dass Ihre Katze mit dem Virus infiziert ist. Die infizierte Katze muss bei Ihnen zu Hause auch dann von anderen Katzen fern gehalten werden, wenn diese geimpft sind. Sie sollte auch nicht ins Freie gelassen werden. Es kann notwendig sein, dass für sie ein neues Zuhause gefunden werden muss, wo sie die Infektion nicht auf andere Katzen übertragen kann. Traurigerweise gibt es Situationen, in denen Sie darüber nachdenken sollten, die infizierte Katze einschläfern (euthanasieren) zu lassen.

  • Wann kann ich mir gefahrlos ein neues Kätzchen anschaffen?

Durch den Aufenthalt in Ihrer Wohnung droht Ihrer neuen Katze höchstwahrscheinlich keine Gefahr, da das Virus außerhalb des Körpers nicht lange überlebt. Um sicherzugehen, sollten Sie jedoch alle Futternäpfe, Katzentoiletten usw. mit einer heißen Seifenlösung abgewaschen und alle Oberflächen mit einer schwachen Desinfektionslösung abspülen, bevor Sie eine neue Katze in den Haushalt aufnehmen.

 

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