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FIP - Feline infektiöse Peritonitis

 
 

Eine der schlechtesten Nachrichten, die Sie durch uns erhalten können, ist die, dass Ihre Katze an Feliner Infektiöser Peritonitis (FIP) leidet. Die Krankheit endet fast immer tödlich, und eine Behandlung kann die Ihrer Katze verbleibende Zeit für sie allenfalls lebenswerter machen. Wenn mehr als eine Katze in Ihrem Haushalt leben, sollten Sie gewisse Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um das Ansteckungsrisiko für die anderen Katzen zu verringern.

  • Was ist FIP?

Die Krankheit wird durch ein Virus verursacht, das auch bei gesunden Katzen häufig vorkommt und meistens kein besonderes Gesundheitsproblem darstellt. Bei manchen Katzen verursacht es jedoch eine sehr ernste Erkrankung. Die Krankheit hat zwei verschiedene Erscheinungsbilder. Die häufigere Form wird "feuchte FIP" genannt, da dabei die Blutgefäße durchlässig werden, Flüssigkeit aus ihnen austritt und sich im Bauch der Katze ansammelt. Dadurch schwillt ihr Bauch an. Das Ansammeln der Flüssigkeit kann auch in der Brust geschehen, wodurch die normale Atmung der Katze behindert wird. Die weniger häufige Form ist die "trockene FIP", bei der es nicht zur Ausscheidung von Flüssigkeit in die Körperhöhlen kommt, sondern sich dickes Narbengewebe auf den inneren Organen der Katze bildet. Außer in seltenen Fällen verläuft die feuchte FIP innerhalb von etwa fünf Wochen nach Diagnosestellung tödlich. Die trockene Form endet ebenso häufig tödlich, die betroffenen Katzen können jedoch bis zu mehreren Monaten überleben.

  • Welche Katzen bekommen FIP?

Die empfänglichsten Katzen sind die, deren Immunsystem bereits (oder noch) geschwächt ist - wie Katzenwelpen, ältere Katzen und solche, die bereits an einer anderen Krankheit leiden. Einige Rassen, wie beispielsweise die Burmesen, scheinen häufiger betroffen zu sein als die gewöhnliche Hauskatze. Nur etwa eine von hundert Katzen, die das Virus in sich tragen, stirbt an der Krankheit; das Risiko ist jedoch dort erheblich höher, wo viele Katzen zusammenleben, wie in Zuchten, Pensionen oder Tierheimen. Die Haltung von zu vielen Katzen auf zu engem Raum und andere belastende Faktoren können das Risiko erhöhen, dass die Erkrankung ausbricht.

  • Wie können wir feststellen, dass Ihre Katze FIP hat?

In den frühen Stadien verursacht FIP eine ganze Reihe von Symptomen, die leicht mit denen anderer Krankheiten verwechselt werden können: Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, stumpfes Fell, Durchfall, schlechter Appetit und Fieber. Später können die Augen Ihrer Katze oder ihr Nervensystem geschädigt werden, sodass Blindheit oder Lähmungen auftreten. Es gibt jedoch keinen völlig verlässlichen Bluttest, um zu beweisen, dass Ihre Katze FIP hat. Ein Test wird uns Tierarzt nur sagen, ob Ihre Katze mit einem Virus infiziert ist, das FIP sein könnte. Die einzig sichere Diagnosemethode ist die Untersuchung einer Gewebsprobe aus einem der inneren Organe. Diese Untersuchung wird häufig nach dem Tod der Katze durchgeführt, um zu bestätigen, dass die Todesursache tatsächlich FIP war.

  • Ist FIP auf den Menschen übertragbar?

Es gibt keinen Hinweis darauf, dass das FIP-Virus auf andere Tiere, z. B. Hunde, oder den Menschen übergeht.

  • Gibt es eine Behandlung für meine an FIP erkrankte Katze?

Medikamente, wie Kortikosteroide, Vitamine und Mineralstoffe, werden häufig gegeben, damit sich Ihre Katze besser fühlt; aber sie bekämpfen nicht die Krankheit an sich. Bei sorgfältiger Pflege kann es Ihnen gelingen, Ihre Katze etwas länger bei relativ guter Gesundheit zu halten. In Zukunft wird es vielleicht möglich sein, FIP mit einem der antiviralen Medikamente zu behandeln, die für den Einsatz bei menschlichen Viruserkrankungen entwickelt werden. Doch dies wird wahrscheinlich noch viele Jahre dauern.

  • Wie kann ich verhindern, dass sich meine anderen Katzen mit der Krankheit anstecken?

Das Virus wird mit dem Speichel, Hustenauswurf und Kot der Katze ausgeschieden. Es gibt Katzen, die sich mit dem Virus auseinander gesetzt haben und die Krankheit bekämpfen konnten; d. h., dass sie nicht an ihr erkrankt sind, obwohl sie das Virus in sich tragen. Durch diese scheinbar gesunden Katzen können andere Katzen infiziert werden. Eine Katze mit Verdacht auf FIP sollte keinen Kontakt mit anderen Katzen haben. Sie sollte in einem eigenen Zimmer in der Wohnung gehalten werden, ihren eigenen Futternapf und ihre eigene Katzentoilette bekommen, die beide alle paar Tage gründlich desinfiziert werden müssen. Das Virus überlebt außerhalb des Tieres nicht sehr lange und kann mit einer verdünnten Lösung eines haushaltsüblichen Bleichmittels abgetötet werden. Reinigen Sie hiermit den Futternapf und die Katzentoilette und wischen Sie die Oberflächen im Raum damit ab.

  • Kann meine Katze gegen FIP geimpft werden?

Es sind Impfstoffe gegen FIP entwickelt worden und auch in Deutschland erhältlich. Die Tierärzte sind jedoch uneinig darüber, wie wirksam sie bezüglich der Vorbeugung gegen FIP sind. Die ständige Impfkommission der Tierärzte empfiehlt diese Impfung nicht als Routineimpfung. Dieser Meinung schliessenwir uns an. Lassen Sie sich uns über die verschiedenen Vorbeugemaßnahmen gegen FIP beraten.

Die gesunde Katze gegen andere bedeutende Viruserkrankungen, wie z. B. die Feline Leukämie, impfen zu lassen und ihre Abwehrkräfte zu stärken, kann das Risiko reduzieren, dass sie FIP bekommt.

 

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