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FLUTD / Erkrankung der harnableitenden Wege

 
 

Erkrankung der ableitenden Harnwege (Feline lower urinary tract disease - FLUTD) ist ein von Tiermedizinern verwendeter Sammelbegriff, der eine ganze Reihe von Störungen umfasst, die der Katze beim Harnabsatz Schmerzen und Unwohlsein bereiten. Diese Erkrankung kann u. a. durch Blasensteine, eine Verstopfung der Harnröhre oder durch eine Blasenentzündung (Zystitis) verursacht sein. Etwa drei von hundert Katzen haben wenigstens einmal im Leben Probleme mit dem Harnabsatz. Im Extremfall kann Ihre Katze die Harnblase nicht mehr entleeren und ohne Notfallbehandlung sogar sterben.

Was verursacht FLUTD?

Hauskatzen stammen von Katzen ab, die früher in den trockenen Regionen Nordafrikas und des Mittleren Osten gejagt haben. Diese Katzen haben sich an die Trockenheit angepasst, indem sie den Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs aus ihrer Nahrung aufnahmen und deshalb nicht sehr viel trinken mussten. Kommerziell hergestellte Katzennahrung enthält häufig weniger Wasser als natürliche Nahrung. Viele Katzen trinken jedoch meist nicht genug Wasser, um dies auszugleichen. Bei etwa der Hälfte der Katzen mit FLUTD ist es sehr schwierig, die genaue Ursache der Erkrankung festzustellen. Eine Reihe von Faktoren scheinen jedoch das Risiko zu vergrößern, so z.B.:

  • Stress: Beispielsweise kann ein Umzug bei sensiblen Katzen Probleme verursachen.
  • Die Fütterung beeinflusst den Mineralstoffhaushalt, den pH-Wert des Urins und die Wasseraufnahme, die wiederum selbst Faktoren der Krankheitsentstehung sind.
  • Infektionen können zu Schwellungen und zur Bildung von Eiter führen, die die harnableitenden Wege (Harnleiter und Harnröhre) der Katze verlegen können.
  • Diabetes und einige durch Viren verursachte Erkrankungen können die Katze für Infektionen empfänglicher machen.
  • Katzen, die - aus welchen Gründen auch immer - den Harn lange Zeit zurückhalten (d. h. nicht häufig genug zur Toilette gehen), weisen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Harnabsatzproblemen auf.
  • Zu Problemen kann es auch bei übergewichtigen und inaktiven Katzen kommen. Sie sind häufig einfach zu faul, oft genug nach draußen oder auf die Toilette zu gehen.
  • Anatomische Abweichungen oder Tumore können das Wasserlassen bei einigen Katzen erschweren.

Welche Katzen können FLUTD bekommen?

Bei kastrierten Katern kommt es am häufigsten zu einer Verstopfung der Harnröhre, die die Harnblase mit dem Penis verbindet. Die Störung kann aber auch bei unkastrierten männlichen oder weiblichen Tieren vorkommen. Die Harnröhre ist bei männlichen Tieren länger und enger als bei weiblichen, wodurch sich das Risiko einer Verstopfung infolge einer Entzündung oder durch Harnsteine erhöht. Grundsätzlich kommt die Erkrankung bei jungen Katzen häufiger vor als bei alten. Betroffene Katzen sind häufig zwischen zwei und sechs Jahre alt.

Woher weiß ich, ob meine Katze FLUTD hat?

Wenn Ihre Katze unter FLUTD leidet, wird sie häufig die Katzentoilette oder die von ihr bevorzugte Stelle im Freien zum Harnabsatz aufsuchen, ohne dass sie dabei sehr erfolgreich ist. Es können kleine Mengen dunklen oder roten (mit Blutspuren versetzten) Urins abgesetzt werden. Ihre Katze versucht krampfhaft, Harn abzusetzen und kann dabei vor Schmerzen aufschreien oder ihr Hinterteil bzw. die Penisgegend belecken. Die Schmerzen können Veränderungen in ihren Toilettengewohnheiten verursachen und eine normalerweise stubenreine Katze kann unsauber werden. Besteht eine vollständige Verlegung der Harnwege, kann der sich aufbauende Druck zum Platzen der Harnblase führen. Es kann auch zu Nierenversagen kommen und normalerweise durch die Nieren aus dem Blut ausgeschiedene Giftstoffe reichern sich im Körper an.

Wie kann festgestellt werden, dass es sich bei der Erkrankung tatsächlich um FLUTD handelt?

Häufig werden die Symptome einer FLUTD für eine Verstopfung gehalten. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze unter FLUTD leidet, sollten Sie so bald wie möglich uns konsultieren. Diese/r wird möglicherweise eine Harnprobe nehmen, um feststellen zu können, an was Ihre Katze leidet. Der Harn einer Katze mit FLUTD ist verändert. Er kann ungewöhnlich stark konzentriert sein, Blut enthalten oder Harnkristalle (Mineralsalze, die Blasensteine verursachen). Eine Blutuntersuchung zeigt, ob auch eine Schädigung der Niere vorliegt. Eine Röntgenuntersuchung können wir helfen, die Ursache der Verlegung festzustellen.

Wie kann die Erkrankung behandelt werden?

Eine vollständige Verlegung der Harnwege ist ein Notfall und erfordert schnelles tierärztliches Eingreifen. Möglicherweise erscheint Ihre Katze zunächst nur etwas niedergeschlagen und erbricht gelegentlich. Ihr Zustand kann sich jedoch sehr schnell dramatisch verschlechtern und sie kann innerhalb von 48 Stunden ins Koma fallen und sterben. Im akuten Fall wird Ihrer Katze ein Beruhigungsmittel gegeben und ein dünner Schlauch ("Katheter") in die Harnblase eingeführt, um den gestauten Urin abzulassen und den Druck zu verringern. In manchen Fällen ist eine Operation nötig, damit Blasensteine entfernt werden können. Leichtere Fälle werden mit Schmerzmitteln und anderen Medikamenten behandelt, die die Entzündung eindämmen. Antibiotika werden zur Bekämpfung einer Infektion eingesetzt. Denken Sie daran: Benutzen Sie nur die von uns verschriebenen Medikamente - einige für Menschen zugelassene Arzneimittel sind für Katzen giftig.

Wie kann ich verhindern, dass die Erkrankung wieder auftritt?

Der beste Weg, FLUTD zu verhindern, ist Ihre Katze zum Trinken von viel Wasser zu ermutigen und ihre Fütterung umzustellen. Sorgen Sie dafür, dass Ihrer Katze jederzeit genügend frisches, sauberes Wasser zur Verfügung steht. Idealerweise sollten Sie Ihrer Katze nur Feuchtfutter geben. Bringen Sie sie dazu, eine Extraportion Flüssigkeit aufzunehmen, indem Sie ihr eine Tasse Wasser unter das Futter mischen. Das Wasser sollte etwa 10 Minuten vor dem Füttern dem Futter zugefügt und gründlich mit dem Futter gemischt werden. Dadurch nimmt es den Geschmack des Futters an. Sie können über uns auch spezielle Diätnahrungen beziehen, die die Gefahr einer Steinbildung mindern. Einigen Katzen muss täglich ein Medikament verabreicht werden, das durch Ansäuerung des Urins Steinbildung verhindern kann. Katzen sind bezüglich ihrer Toilettengewohnheiten sehr wählerisch. Eine schmutzige Katzentoilette kann sie dazu bringen, den Urin zurückzuhalten. Das wiederum erhöht das Risiko für die Bildung von Harnsteinen. Gibt es in Ihrem Haushalt mehrere Katzen, sollte der betroffenen Katze eine eigene Katzentoilette zu Verfügung stehen. Dadurch können Sie auch beobachten, wie viel Harn sie produziert und Probleme so früh wie möglich erkennen.

 

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