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Katze - Schilddrüsenüberfunktion

 
 

Der Hyperthyreoidismus ist eine durch eine überaktive Schilddrüse verursachte Erkrankung. Die Schilddrüse liegt beiderseits der Luftröhre in der Gegend des Halsansatzes. Sie produziert die Schilddrüsenhormone, die zur Regulation des Stoffwechsels und der körperlichen Leistungsfähigkeit Ihrer Katze beiträgt. Produziert die Schilddrüse zu viel dieser Hormone, dann läuft der "innere Motor" Ihrer Katze ständig am äußersten Limit der Leistungsfähigkeit. Unbehandelt würde dies schließlich zum Tode führen. Glücklicherweise kann die Erkrankung aber heutzutage erfolgreich behandelt werden.

  • Wodurch entsteht die Erkrankung?

Hyperthyreoidismus wurde bei Katzen vor etwa 30 Jahren erstmals beschrieben und scheint durch eine gutartige Tumorerkrankung der Schilddrüse verursacht zu werden. Dabei ist jedoch noch ungeklärt, wodurch die Tumorentstehung selbst verursacht wird. Die Krankheit kommt selten bei jungen Katzen vor, wird aber mit zunehmendem Alter häufiger. Derzeit ist sie die häufigste hormonelle Erkrankung bei mittelalten und älteren Katzen.

  • Wie sehen die Symptome aus?

Das erste Anzeichen dafür, dass irgendetwas nicht stimmt, ist meist ein deutlicher Anstieg des Appetits Ihrer Katze. Und obwohl Ihre Katze mehr Nahrung aufnimmt, verliert sie an Gewicht und bekommt ein raues und struppiges Fell. Andere Veränderungen sind Unruhe, Aggressivität, Körperzittern, erhöhter Durst und Harnabsatz, Erbrechen und Durchfall. In etwa einem von zehn Fällen sind die Symptome ungewöhnlich und das genaue Gegenteil des Erwarteten, d. h. es tritt Niedergeschlagenheit, Appetitverlust und körperliche Schwäche ein.

  • Wie könnene wir Hyperthyreoidismus feststellen?

Abgesehen von der Feststellung der Symptome, gibt es eine Anzahl weiterer Schritte, um die Diagnose abzusichern. Wenn der Tierarzt den Hals Ihrer Katze untersucht, kann er feststellen, ob die Schilddrüse sich vergrößert hat oder knotig anfühlt. Meist werden Blutproben entnommen, um Leber- und Nierenerkrankungen auszuschließen. Die direkte Messung der Hormonkonzentration im Blut kann helfen, die Diagnose zu bestätigen. Bei manchen Katzen ist die Konzentration der Schilddrüsenhormone jedoch trotz Überfunktion der Schilddrüse normal. Wir werden auch das Herz Ihrer Katze untersuchen wollen - ein beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag ist ein häufiges Anzeichen für diese Krankheit. Eine frühe Diagnose und Behandlung ist wichtig, um Schäden am Herzen und an den Nieren zu vermeiden oder zu heilen.

  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

1. Medikamente - Es gibt Medikamente, mit denen die Hormonproduktion der Schilddrüse verringert werden kann. Sie werden mehrmals täglich verabreicht.

Vorteile

  • Das geht einfach und erfordert keine Narkose.
  • Ist geeignet für Katzen mit hochgradiger Nierenerkrankung, die durch andere Behandlungsmethoden verschlechtert werden könnte.

Nachteile

  • Es bekämpft nicht das zugrunde liegende Problem, so dass Ihre Katze das Medikament für den Rest ihres Lebens braucht.
  • Es kann Schwierigkeiten geben, Ihre Katze zum Schlucken der Tabletten zu bewegen.
  • Sie müssen daran denken, die Tabletten täglich zu geben.
  • Bei manchen Katzen kommt es zu Nebenwirkungen des Medikaments, die von Müdigkeit bis zu Blutarmut reichen können.
  • Im frühen Behandlungsstadium muss Ihre Katze häufig daraufhin untersucht werden, ob für sie die Medikamentendosierung optimal ist.

2. Operation - Die veränderte Drüse kann chirurgisch entfernt werden.

Vorteile

  • Eine Operation heilt die Krankheit vollständig, so dass keine weitere Medikamentengabe nötig ist.

Nachteile

  • Sie ist nicht für alle Katzen geeignet. Sie ist z. B. ungeeignet für Katzen mit schwerwiegender Nierenerkrankung oder für sehr alte Katzen.
  • Ihre Katze braucht evtl. eine mehrwöchige Vorbehandlung mit Medikamenten, um die Nierenfunktion zu prüfen und ihren Zustand vor der Narkose zu stabilisieren.
  • Sie erfordert eine Narkose, die immer ein gewisses Risiko darstellt und dies insbesondere bei kranken Tieren.
  • Es ist möglich, dass die Nebenschilddrüsen geschädigt werden, die nahe bei der Schilddrüse liegen und für den Kalziumhaushalt des Körpers wichtig sind. Die Operation erfordert deshalb einen erfahrenen Chirurgen.
  • Nach der Operation muss die Katze einige Wochen lang sorgfältig beobachtet werden, um Veränderungen im Kalziumgehalt des Blutes festzustellen.

3. Strahlentherapie - Hierbei wird radioaktives Jod injiziert, d. h. in den Blutkreislauf gebracht. Dadurch wird das veränderte Gewebe zerstört, gesunde Zellen bleiben dagegen verschont.

Vorteile

  • Es ist keine Narkose erforderlich und es gibt nur sehr wenige Nebenwirkungen.
  • Eine einzige Behandlung heilt die Erkrankung in neun von zehn Fällen vollständig und eine zweite Injektion die restlichen Fälle.
  • Eine Bestrahlung wirkt nicht nur zusätzlich in den viel selteneren Fällen eines bösartigen Schilddrüsentumors, sondern auch, wenn ein Teil des Schilddrüsengewebes abseits vom Hauptteil der Schilddrüse wächst, so dass er bei der Operation normalerweise übersehen wird.

Nachteile

  • Verfügbarkeit - In Deutschland ist diese Behandlungsmethode nur in einigen Tierkliniken verfügbar. Das liegt vor allem daran, dass die Nutzung radioaktiver Substanzen strengen gesetzlichen Vorschriften unterliegt. Über die Kosten sollten Sie sich vorher informieren.
  • Ihre Katze muss bis zum Abbau der Radioaktivität, meist einige Tage lang, vollständig isoliert werden.
  • Ihre Katze kann während dieser Zeit nicht angefasst werden, so dass diese Behandlungsmethode für Katzen, die wegen anderen Erkrankungen dringend behandelt werden müssen, ungeeignet ist.
  • Die Kosten der Behandlung sowie die lange Unterbringung in der behandelnden Einrichtung sind hoch.

 

  • Was ist das Beste für meine Katze?

Sie sollten die Entscheidung für eine der beschriebenen Behandlungsmethoden erst nach gründlicher Besprechung mit Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt treffen. Jede hat ihre Vor- und Nachteile und möglicherweise ist für Ihre Katze nicht jede gleichermaßen geeignet. Es gibt einige Einzelheiten zu bedenken: das Alter Ihrer Katze, der Schweregrad der Erkrankung, das Vorkommen oder Fehlen weiterer Krankheiten, das Komplikationsrisiko u.a. Die Kosten können ebenfalls ein Faktor sein, da sowohl die Operation als auch die Strahlentherapie teuer sein können. Auch die medikamentöse Therapie kann kostspielig werden, wenn die Krankheit bei Ihrer Katze in relativ jungen Jahren festgestellt wird und sie über mehrere Jahre behandelt werden muss.

 

 

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