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 Lecksucht / Haarverlust

 
 


In der heutigen schnelllebigen Zeit verlangen wir von unseren Haustieren sehr viel. Glücklicherweise können sich die meisten Katzen gut an all die Veränderungen und die Unruhe um sie herum anpassen. Sie schaffen es, sich in unsere hektischen Zeitpläne einzufügen und bereichern so unser Leben. Leider gibt es jedoch auch einige Katzen, für die die Anforderungen unseres modernen Lebens einfach zu viel sind. Diese armen Geschöpfe zeigen uns dann ihr Unglücklichsein in verschiedenster Weise.

  • Weshalb erkranken Katzen an Lecksucht?

Das Putzen ist ein schönes und beruhigendes Gefühl für Ihre Katze. Es wird angenommen, dass Katzen beim Putzen Opioide (das sind chemische Botenstoffe)im Hirn freisetzen, die ein Glücksgefühl auslösen - ähnlich wie wenn ein Mensch Drogen nimmt. Es ist also ganz verständlich, dass eine Katze sich häufiger putzt, wenn sie sich ängstlich und unglücklich fühlt, da es bei ihr Wohlbehagen erzeugt und sie sich dann oft besser fühlt.

  • Woran merke ich, dass meine Katze Lecksucht hat?

Merkwürdigerweise werden lecksüchtige Katzen häufig nicht durch den Besitzer beim Putzen beobachtet. Das kommt daher, weil das Putzen meist geschieht, wenn die Katze allein ist und Beruhigung braucht. Häufig beleckt die Katze nur eine gewisse Stelle - meist ist das ein Streifen auf der Rückenmitte, am Bauch oder an der Innenseite der Oberschenkel. Das Lecken lässt die Haare abbrechen, so dass das Fell an der beleckten Stelle kurz und struppig wird (gelegentlich wird das Haar dort vollständig entfernt, was zu einer nackten Hautstelle führt). Die Haut an diesen Stellen sieht gewöhnlich normal aus, ohne Flecken oder Rötungen. Bei Colour point-Rassen, wie den Siamesen (bei denen das Haar an den Ohrspitzen und den Pfötchen dunkler ist), erscheint das Fell an der beleckten Stelle manchmal dunkler als gewöhnlich. Es wird behauptet, dass hoch gezüchtete Rassen (z.B. Siamesen) häufiger an solchen, durch Ängstlichkeit ausgelösten Krankheiten leiden.

  • Gibt es andere Gründe, weshalb meine Katze Haarausfall bekommt?

Es gibt viele andere Ursachen für Haarausfall bei Katzen. Eine Katze leckt z.B. juckende oder schmerzende Stellen, um das Unbehagen zu mildern. Dabei schädigt und entfernt sie Haare, wodurch kahle Stellen entstehen können. Juckreiz und Entzündungen der Haut kann durch Parasiten, Allergien und Hormonstörungen verursacht sein.

  • Woher weiß ich, ob meine Katze sich aus Stress putzt?

Andere Ursachen für Haarausfall sind weitaus häufiger als die durch Stress hervorgerufene Lecksucht. Hat Ihre Katze Haarausfall, dann sollten Sie sie uns vorstellen, damit wir mit einigen einfachen Untersuchungen herausfinden können, ob es dafür einen anderen Grund gibt. Wird keine andere Ursache gefunden, dann muss die Möglichkeit einer psychischen Überbelastung als Ursache erwogen werden.

  • Wodurch fühlt sich meine Katze gestresst?

Jede Katze hat eine eigene Persönlichkeit - wie auch alle Menschen verschieden sind. Womit sich die eine Katze abfinden kann, kann eine andere beunruhigen. Für uns ist es sehr wichtig, von Ihnen detaillierte Angaben darüber zu bekommen, wie Ihre Katze lebt. Es ist wichtig zu wissen, wie sie mit Menschen und anderen Katzen auskommt, und ob es kürzlich irgendwelche Veränderungen in Ihren Lebensumständen gegeben hat. Häufige Stressursachen bei Katzen sind rivalisierende Katzen in der Nachbarschaft (insbesondere, wenn diese durch die Katzentür in Ihr Haus gelangen), Erweiterungen des Haushalts (wie der Aufnahme eines Hundes, einer anderen Katze oder der Ankunft eines Babys) oder Veränderungen in Ihrem Lebensstil. Einige Katzen sind äußerst sensibel und hängen sehr an ihrem Besitzer - wenn Sie bis vor kurzem den Tag über zu Hause waren und nun plötzlich wieder eine Arbeit aufnehmen, fühlt sich Ihre Katze vielleicht einsam.

  • Wie kann ich meiner Katze helfen?

Jeder Fall muss einzeln untersucht werden. Es ist nötig herauszufinden, was Ihre Katze aufregt, um dann zu versuchen, eine Lösung für das Problem zu finden. Das kann einfach durch Verschließen der Katzentür geschehen, so dass die Nachbarskatze nicht mehr in Ihr Haus gelangen kann. Jedoch kann die Lösung in vielen Fällen auch schwieriger sein. Es kann Monate oder sogar Jahre der Arbeit bedeuten, um das Problem zu lösen. In besonders schwierigen Fällen werden Sie vielleicht auch an einen Spezialisten oder eine Spezialistin für Tierverhalten verweisen, die mehr Erfahrung und Zeit haben, sich um das Problem zu kümmern. Es gibt auch einige Medikamente, die die Ängstlichkeit Ihrer Katze mildern können. Sie sind verschreibungspflichtig und sollten auch nur dann verwendet werden, wenn gleichzeitig versucht wird, das zugrunde liegende Problem zu lösen.

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