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Nierenversagen ist ein häufiges Problem bei der mittelalten und älteren Katze. Ein allmähliches Nachlassen der Funktionsfähigkeit der Nieren ist ein unausweichlicher Teil des Alterungsprozesses und geschieht bei verschiedenen Tieren unterschiedlich schnell. Ein Nierenschaden kann nicht rückgängig gemacht werden. Er führt letztendlich zum Tod des betroffenen Tieres. Aber selbst wenn bei Ihrer Katze ein Nierenschaden diagnostiziert wurde, kann sie mit der richtigen Behandlung noch viele Monate ein gutes Leben führen. Eine nierenkranke Katze erfordert die enge Zusammenarbeit zwischen Ihnen und uns.

Wie kommt eine Schädigung der Nieren zustande?

Die Zellen der Niere filtern natürliche Gifte aus dem Blut, die als normale Abbauprodukte des Körperstoffwechsels entstehen. Diese Stoffe werden dann mit dem Urin ausgeschieden. Eine Schädigung der Nierenzellen ist Teil des ganz normalen Alterungsprozesses. Mit der Zeit wird immer mehr Nierengewebe geschädigt, bis die Niere ihre Funktion nicht mehr richtig erfüllen kann: Abbauprodukte werden dann nicht länger ausgeschieden, sondern häufen sich im Blut an. Dieser Zustand wird in der tiermedizinischen Fachsprache chronisches Nierenversagen genannt und kommt bei über sieben Jahre alten Katzen sehr häufig vor. Ererbte Defekte (insbesondere bei Langhaarrassen), bakterielle Infektionen, Viruskrankheiten wie die Feline Leukämie oder Feline Infektiöse Peritonitis können die Situation ebenso verschlimmern wie Vergiftungen und Krebswachstum. Plötzliches oder akutes Nierenversagen wird durch Vergiftungen, bakterielle oder viralen Infektionen, Verlegung der Harnleiter oder Herzerkrankungen verursacht. Akutes Nierenversagen ist ein Notfall und erfordert umgehende tiermedizinische Behandlung. Selbst wenn es durch uns erfolgreich behandelt wird, kann eine dauerhafte Schädigung der Nieren zurückbleiben.

Was geschieht mit einer Katze, die einen Nierenschaden hat?

Die Nieren haben eine große Reservekapazität für die Blutreinigung. Krankheitszeichen treten erst auf, wenn etwa drei Viertel der Nierenzellen nicht mehr arbeiten können. Eines der ersten Krankheitsanzeichen ist der Verlust der Fähigkeit, einen konzentrierten, dunklen Urin zu bilden. Um also dieselbe Menge Abbauprodukte auszuscheiden, muss Ihre Katze eine größere Menge dünneren Urins bilden. Ihre Katze ist dadurch durstiger als gewöhnlich und muss häufiger Urin absetzen. Wenn sich die Krankheit verschlimmert, können andere Symptome auftreten. Ihre Katze kann niedergeschlagen sein und keinen Appetit mehr haben. Sie kann häufig erbrechen, an Gewicht verlieren und ein stumpfes Fell bekommen. Sie stellen vielleicht auch Mundgeruch und Geschwüre im Maul fest. Im Endstadium der Krankheit fällt Ihre Katze schließlich ins Koma.

Wie kann ich sicher sein, dass meine Katze eine Nierenerkrankung hat?

Viele dieser Symptome kommen auch bei anderen Krankheiten vor, beispielsweise bei Diabetes. Wir werden deshalb Blut- und Urinproben untersuchen und eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung bei Ihrer Katze durchführen, um feststellen zu können, ob eine Nierenerkrankung vorliegt.

Wie wird eine Nierenerkrankung behandelt?

Auch wenn der Nierenschaden nicht behoben werden kann, lässt sich doch einiges tun, damit sich Ihre Katze besser fühlt. Viele Katzen, die sehr große Mengen Urin produzieren, trocknen hochgradig aus. Wir werden dies durch die Gabe zusätzlicher Flüssigkeit (beispielsweise in Form einer Infusion) ausgleichen. Sie/er wird auch Medikamente gegen die durch die Nierenerkrankung verursachten Symptome (z. B. Magen- und Maulschleimhautgeschwüre) verordnen. Die geschädigte Niere kann die Abbauprodukte des Körpers nicht mehr vollständig ausscheiden, weshalb Nieren- oder Blasensteine entstehen können. Anämie (Blutarmut) ist ein häufiges Problem bei Katzen im fortgeschrittenen Krankheitsstadium und muss behandelt werden.

Wie kann ich meiner Katze helfen?

Sie können Ihrer Katze helfen, indem Sie die Belastung des übrigen gesunden Nierengewebes verringern. Dies kann durch Umstellung der Nahrung auf eine die Nieren schonende Diät geschehen. Sie erhalten bei uns spezielles Diätfutter, das die Abbauprodukte im Blut reduziert, und außerdem eine hohe Menge an Vitaminen und Mineralstoffen enthält. Sogenannte Nierendiäten aus der Futtermittelhandel verbessern nach unseren Erfahrungen die Situation nicht.   Geben Sie Ihrer Katze möglichst keine Tischreste oder Leckerlis, da diese eine Diät negativ beeinflussen. Betroffene Katzen fühlen sich häufig schlecht und verlieren das Interesse an Futter. Manchmal hilft es, wenn Sie das Futter anwärmen, sodass der Geruchssinn Ihrer Katze angeregt wird, oder wenn Sie sie aus der Hand füttern, während sie sich an die neue Nahrung gewöhnt. Bieten Sie Ihrer Katze mehrmals täglich kleine Portionen an und werfen Sie übrig gebliebenes Futter weg. Stellen Sie unbedingt sicher, dass Ihre Katze jederzeit Zugang zu frischem und sauberem Wasser hat. Wenn Ihre Katze Durst leidet, wird sich die Krankheit schnell verschlechtern

Wie lange kann meine Katzen mit einem Nierenschaden leben?

Wenn es sich bei Ihrer Katze um einen altersbedingten Nierenschaden handelt, kann sie auch nach der Diagnosestellung noch einige Jahre leben. Genau wie bei anderen Krankheiten gilt auch hier: Gute Pflege trägt enorm zum Wohlbefinden Ihrer Katze bei und steigert die Lebenserwartung beträchtlich. Ihre Katze muss regelmäßig von uns untersucht werden und die (medikamentöse) Behandlung muss immer wieder neu auf den Zustand Ihrer Katze angepasst werden. Sie können uns durch häufiges Wiegen Ihrer Katze, Beobachtung ihres Verhaltens und Kontrolle der Nahrungs- und Wasseraufnahme mit wertvollen Informationen versorgen, die bei der Behandlung der Erkrankung sehr hilfreich sind.

 

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Niereninfarkt