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Katze - Zahnerkrankungen

 
 

Zahnerkrankungen kommen bei der Katze sehr häufig vor. Studien zeigen, dass etwa 70%, die älter als drei Jahre alt sind, an Zahnerkrankungen leiden. Bleiben sie unbehandelt, können sie zu Schäden an Zähnen, Zahnfleisch oder Kieferknochen führen, die nicht mehr gutzumachen sind. Zahnerkrankungen sind jedoch vermeidbar, indem der Aufbau von Zahnbelag verhindert wird.

Woher weiß ich, ob meine Katze eine Zahnerkrankung hat?

Zahnbelag (Plaque) ist eine gelblich-weiße Ablagerung aus Bakterien und Abbauprodukten, die sich auf den Zähnen bildet. Mit der Zeit wird der Belag hart und wird zu gelblich-braunem Zahnstein, der sich von der Zahnbasis aus allmählich ausbreitet bis er die gesamte Zahnoberfläche bedeckt. Abgesehen von Zahnstein, gibt es noch weitere Anzeichen dafür, dass die Zähne nicht in Ordnung sind. Ein übel riechender Mundgeruch ist sehr häufig ein Hinweis auf Zahnerkrankung. Fortgeschrittene Zahnerkrankungen verursachen Unbehagen oder sogar Schmerzen beim Fressen. Die Katze schüttelt ihren Kopf und berührt mit der Pfote ihr Maul. Zahnprobleme führe auch zu übermäßigem Speichelfluss, der manchmal Blutspuren aufweist. Das Bild rechts zeigt eine Katze mit wundem Zahnfleisch aufgrund von Zahnbelägen

Wie wirken sich Zahnerkrankungen auf die Gesundheit meiner Katze aus?

Der unter dem Zahnfleisch versteckte Zahnstein ist der Ausgangspunkt für größere Probleme. Er enthält Bakterien, die das umgebende Zahnfleisch angreifen und eine schmerzhafte Entzündung (Gingivitis) verursachen. Diese Infektion kann auch auf die Zahnwurzeln übergreifen. Eiter kann sich um die Wurzeln ansammeln und es kommt zur Bildung von Zahnwurzelabszessen, die äußerst schmerzhaft sein können. Durch die Entzündung kommt es zum Abbau von Zahnfleisch, Zähnen und Kieferknochen. Bei Fortschreiten der Erkrankung kommt es schließlich zur Lockerung und zum Ausfall der Zähne. Bakterien und die von ihnen produzierten schädlichen Stoffe können auch in die Blutbahn gelangen und so Schäden in verschiedenen Organen des Körpers wie Nieren, Herz und Leber verursachen.

Wie können Zahnerkrankungen behandelt werden?

Wenn Ihre Katze schon seit längerer Zeit Probleme beim Fressen hat und offensichtlich unter Schmerzen leidet, kann es sein, dass wir Röntgenaufnahmen vom Kopf Ihrer Katze machen müssen. Dadurch kann sie/er feststellen, ob tiefer gelegene Abszesse vorhanden sind. Alle bereits lockeren Zähne müssen entfernt werden, da hier die Erkrankung für eine Behandlung zu weit fortgeschritten ist. Der erste Behandlungsschritt für die verbleibenden Zähne besteht im Allgemeinen in der Gabe von Antibiotika. Sie töten die Bakterien ab, die das Zahnfleisch infizieren. Dann werden wir Ihrer Katze unter Narkose den Zahnstein entfernen. Das geschieht meist mithilfe eines speziellen Ultraschallgeräts. Schließlich werden die Zähne Ihrer Katze poliert, sodass eine glatte Oberfläche verbleibt, die die Bildung neuer Zahnbeläge verlangsamt. Das Wiederauftreten der Zahnbeläge ist jedoch unvermeidbar. Um die Zähne Ihrer Katze in gutem Zustand zu erhalten, müssen sie regelmäßig von Zahnstein befreit und poliert werden, in manchen Fällen alle sechs bis zwölf Monate.

Kann eine Umstellung der Fütterung helfen, die Krankheit zu verhindern?

In der Wildnis hätte Ihre Katze viel gesündere Zähne, da ihre Nahrung härtere Bestandteile enthielte, als sie in kommerziellem Dosen- oder Trockenfutter zu finden sind. Katzen fressen normalerweise die Knochen, das Fell, die Federn usw. von Mäusen und kleinen Vögeln mit, wodurch die Zahnsteinablagerungen abgetragen werden. Sie können bei Ihrer Katze die Bildung von Zahnbelägen verlangsamen, indem sie Nassfutter teilweise durch Trockenfutter ersetzen. Um das härtere Trockenfutter kauen zu können, muss Ihre Katze mehr Speichel produzieren, der eine natürliche antibiotische Wirkung hat.

Was kann ich sonst noch tun, um die Zähne meiner Katze sauber zu halten?

Das Zähneputzen bei der Katze ist zur Vorbeugung gegen Zahnerkrankungen genauso wichtig wie bei Ihren eigenen Zähnen. Idealerweise sollte Ihre Katze von klein auf daran gewöhnt werden, dass Sie ihr die Zähne putzen. Hierzu wickeln Sie einen weiches Tuch um Ihren Finger und reiben damit vorsichtig über die Zähne der Katze. Später können sie eine speziell für Katzen entwickelte Zahnbürste oder eine normale kleine Zahnbürste mit weichen Borsten verwenden. Für Katzen sind auch Zahnbürsten erhältlich, die Sie mit einer Kappe über den Finger stülpen können. Wir können Sie mit einer Zahncreme versorgen, die Ihrer Katze schmecken wird. Es gibt auch Mundspülungen und antibakterielle Gels, die helfen können, sowohl die Plaquebildung zu verringern als auch eine Infektion zu verhindern. Nehmen Sie keine Zahncreme, die für Menschen gedacht ist: Sie schäumt im Maul auf, Ihre Katze wird den Geschmack nicht mögen und sie kann ihr ernsthaft schaden.

 

Was kann ich tun, wenn meine Katze sich das Zähneputzen nicht gefallen lässt?

Ihre Katze wird das Zähneputzen am Anfang vielleicht nicht leiden können. Mit Geduld, Beharrlichkeit und einem behutsamen Vorgehen können aber die meisten Katzen daran gewöhnt werden. Regelmäßiges Putzen einmal täglich oder wenigstens dreimal die Woche reduziert das Risiko deutlich, dass Ihre Katze ernsthafte Zahnprobleme erleidet oder wiederholt Narkosen zur Behandlung einer fortgeschrittenen Zahnerkrankung benötigt.

Vorbeugender Gesundheitsschutz ist für Ihre Katze sehr wichtig. Regelmäßiges Zähneputzen schon von klein auf kann verhindern, dass Ihre Katze tierärztliche Zahnbehandlung benötigt.

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