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Katze -Zucht

 
 

Eine weibliche Katze ist in der Lage, ihr ganzes Leben hindurch pro Jahr mehrere Würfe zu gebären. Wenn Sie die Verantwortung, ein gutes Zuhause für die Welpen zu finden, nicht übernehmen wollen, sollten Sie Ihre Kätzin kastrieren lassen (auch "sterilisieren" genannt). Auch wenn Ihre Katze eine reine Hauskatze ist, ist eine Kastration ratsam. Eine rollige, also paarungsbereite Kätzin hält Sie und Ihre Nachbarn wach und wird alles versuchen, um bei der nächsten Gelegenheit zu entwischen. Außerdem besteht das Risiko, dass sie eine Infektion des Uterus entwickelt (Pyometra), wenn sie weder kastriert ist noch trächtig wird. Wenn Sie sich entschließen, mit Ihrer Katze zu züchten, dann gibt es Verschiedenes zu bedenken, damit sowohl Mutter als auch Welpen gesund und bei Kräften bleiben.

Wie finde ich den richtigen Kater für meine Katze?

Jede unkastrierte Katze, die ins Freie darf, findet selbst einen Partner. Aber vielleicht möchten Sie ja bei der Partnerwahl ein Wörtchen mitreden, insbesondere wenn es sich bei Ihrer Katze um eine Rassekatze handelt. Bei gewissen Rassen, wie z. B. den Siamesen oder Persern, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass bei der Geburt Probleme auftreten. Es ist daher ratsam, sich durch einen erfahrenen Züchter bei der Partnerwahl beraten zu lassen. Ein Züchter sollte Ihnen einen Zuchtkater empfehlen können, von dem bekannt ist, dass er gesunde Nachkommen produziert. Ihre Kätzin sollte, bevor sie zur Paarung zugelassen wird, gegen Würmer behandelt werden, ihre Routineimpfungen erhalten haben und sowohl auf das Feline Leukämie Virus als auch auf das Feline Immunschwäche Virus getestet worden sein. Fragen Sie den Besitzer des Zuchtkaters nach einem Nachweis, dass der Kater ebenfalls einen vollständigen und aktuellen Impfschutz hat.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit meiner Katze zu züchten?

Wenn Sie Ihre Katze regelmäßig ins Freie hinaus lassen, dann wird sie wahrscheinlich gedeckt, bevor Sie selbst bemerkt haben, dass sie rollig ist. Bevor eine Katze völlig ausgewachsen ist, sollte sie aber besser keine Jungen bekommen. Einige Katzen werden schon sehr früh geschlechtsreif. Ist Ihre Katze stets rollig, obwohl Sie meinen, dass sie noch nicht alt genug zur Paarung ist, sollten Sie uns um Rat fragen. Solange sie noch nicht vollständig ausgewachsen ist, kann Ihre Katze eine Hormonspritze oder -tabletten bekommen, um eine Trächtigkeit zu verhindern. Da diese Behandlung die Gefahr in sich birgt, die Fruchtbarkeit Ihrer Katze zu beeinflussen, wird dies von Tierärzten nur unter ganz bestimmten Umständen empfohlen.

Wie oft wird meine Katze rollig?

Die meisten Kätzinnen werden regelmäßig das ganze Jahr hindurch rollig, abgesehen von den Wintermonaten (November bis Februar). Der Vorgang wird durch die Tageslänge und den Allgemeinzustand der Katze beeinflusst. Einige Rassen, insbesondere Siamesen und Burmesen, sind aber auch während dieser Monate rollig. Die meisten Kätzinnen sind dann etwa zwischen drei und zehn Tage lang paarungsbereit. Wenn sie in diesem Zeitraum nicht trächtig werden, kommen sie nach etwa vier Wochen erneut in die Rolligkeit. Das variiert bei verschiedenen Tieren und Rassen. Vor allem die orientalischen Rassen können häufiger rollig werden. Eine Kätzin in Hitze benimmt sich lauter und zärtlicher als gewöhnlich. Sie rollt sich über den Fußboden und wenn Sie ihr über den Rücken streichen, streckt sie ihr Hinterteil in die Luft. Manchmal wird der Lärm und das ungewohnte Verhalten irrtümlich für Zeichen von Schmerz gehalten

Wann sollte meine Katze gepaart werden?

Kätzinnen werden gewöhnlich um den zweiten Tag ihrer etwa eine Woche andauernden Rolligkeit zum Zuchtkater zur Paarung gebracht. Zu einer anderen Zeit ist sie wahrscheinlich nicht empfänglich und könnte mit ihm kämpfen. Die Kätzin sollte dem Kater mit Vorsicht vorgestellt werden. Die Paarung dauert nur kurz und sieht überraschend gewalttätig aus - der Kater packt die Kätzin im Nackenfell, wenn sie sich mit erhobenem Hinterteil auf den Boden legt. Nach der Paarung faucht sie, rollt sich auf dem Boden herum und greift den Kater an, wenn er ihr nicht aus dem Weg springt. Der Eisprung an den Ovarien (Ovulation) erfolgt nur nach der Paarung und es können mehrere Paarungen über einen Zeitraum von drei oder vier Tagen dazu erforderlich sein. Bei der Rückkehr nach Hause kann Ihre Kätzin noch immer empfangsbereit sein. Da eine Katze gemischte Würfe zur Welt bringen kann, bei denen die Welpen von verschiedenen Vätern abstammen, sollten Sie sie noch einige Tage in der Wohnung behalten.

Wie lange dauert die Trächtigkeit?

Durchschnittlich dauert die Trächtigkeit bei der Katze zwischen 63 und 68 Tagen, aber Katzen können auch vor 60 oder nach 70 Tagen werfen. Wir können die Trächtigkeit etwa drei bis vier Wochen nach der Paarung bestätigen. Während der Trächtigkeit und vor allem später, wenn sie ihre Welpen säugt, braucht die Kätzin mehr Futter als sonst.

Was muss ich für die Geburt vorbereiten?

Während der Trächtigkeit verändert sich bei einigen Kätzinnen das Verhalten: Sie fordern entweder mehr Aufmerksamkeit oder werden unabhängiger. Wenn ihre Zeit kommt, sucht die Kätzin nach einem Platz, der ihr für die Geburt geeignet erscheint. Legen Sie daher einen Karton mit Zeitungspapier oder alten Handtüchern aus und stellen Sie ihn an einem warmen, möglichst ruhigen Ort auf.

Kann eine Geburt für meine Katze gefährlich werden?

Schwierigkeiten bei der Geburt sind bei Katzen viel seltener als bei Menschen. Kätzinnen brauchen dabei im Allgemeinen auch keine menschliche Hilfe. Gelegentlich kann es jedoch Schwierigkeiten geben, wenn der Geburtskanal der Mutterkatze zu eng ist, wenn sie von langer Wehenarbeit erschöpft ist oder die Muskeln der Gebärmutter noch nicht genügend vorbereitet sind, um die Welpen auszustoßen. Manchmal ist ein Welpe auch abnorm (krankhaft) groß, hat einen Defekt oder liegt ungünstig. Diese Fälle erfordern dringende tierärztliche Hilfe, um sowohl das Leben der Mutter als auch das der Kätzchen zu retten. Deshalb sollten Sie Ihre Kätzin während des Werfens beobachten.

Wann sollte ich mich an die Praxis wenden?

Sie sollten uns anrufen, wenn nach etwa 20 Minuten, in denen die Kätzin heftig gepresst hat, kein Zeichen eines Welpen zu sehen ist, oder wenn ein Welpe zwar sichtbar ist, aber nach etwa zehn Minuten noch immer nicht geboren wurde. Auch wenn die Kätzin fiebrig oder abgeschlagen erscheint oder eine erhebliche Menge frisches Blut aus der Scheide fließt, sollten Sie sich an uns wenden. Falls Sie sich unsicher sind, rufen Sie einfach an.

Und wenn die Mutter erschöpft ist?

Bei einer normalen Geburt ist es eigentlich unnötig sich einzumischen, es sei denn der Wurf ist sehr groß und die Mutterkatze offensichtlich erschöpft. Rührt sich die Katze nicht, wenn ein Welpe erscheint, können Sie mit ein paar einfachen Handgriffen helfen. Wischen Sie die Fruchtblasenmembranen von der Nase des Welpen und reißen Sie die Nabelschnur etwa 2,5 cm vom Körper entfernt durch (nicht schneiden!). Das Durchreißen der Nabelschnur hinterlässt ein ausgefranstes Ende, das einen übermäßigen Blutverlust verhindern hilft. Beginnt das Kätzchen nicht zu atmen, hat es vielleicht Flüssigkeit in der Lunge. Halten Sie das Kätzchen mit dem Kopf in Richtung Ihrer Finger auf der Handfläche, strecken Sie Ihren Arm vor Ihnen aus und bewegen Sie ihn dann in einem festen aber vorsichtigen Ruck nach unten bis zu einer senkrechten Position. So wird die Flüssigkeit aus dem Welpen herausgeschleudert. Sie müssen dabei vorsichtig vorgehen! Der Kopf des Welpen darf nicht plötzlich überstreckt werden, sondern sollte ganz auf Ihrer Hand platziert sein. Reiben Sie zart mit einem trockenen Handtuch das Gesicht und den Bauch des Welpen ab, wodurch Sie ihn zum Atmen anregen. Wenn er erst einmal atmet, sollte er zurück zu seiner Mutter gelegt werden; der Körperkontakt ist wichtig, um ihn warm zu halten.

Welche Risiken bestehen, nachdem die Welpen geboren sind?

Wahrscheinlich will Ihre Katze nach der Geburt für einige Tage mit ihrer neuen Familie in Ruhe gelassen werden. Zwar kommen die meisten Katzen gut alleine zurecht, trotzdem sollten Sie sie im Auge behalten; besonders dann, wenn es der erste Wurf Ihrer Katze ist. Es gibt eine Reihe seltener Komplikationen, die eine Mutterkatze in den unmittelbar auf die Geburt folgenden Tagen betreffen können. Wenden Sie sich an uns, wenn Ihre Katze ungewöhnlich ruhelos ist, Schmerzen zu haben scheint oder Anzeichen schlechter Koordination oder von Muskelkrämpfen zeigt. Andere Anzeichen möglicher Probleme umfassen einen heißen, geschwollenen Knoten an ihrem Gesäuge, einen dunklen Scheidenausfluss oder irgendwelche ungewöhnlichen Schwellungen in der Schamgegend. Trächtigkeit und Geburt sind für Katzen natürliche Vorgänge und selten mit irgendwelchen Problemen behaftet. Versuchen Sie, nicht in die Geburt einzugreifen, aber behalten sie Ihre Katze im Auge und fragen Sie uns um Rat, wenn Sie sich Sorgen machen.

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