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 Igel:
Allgemeine Informationen / Hilsbedürftigkeit

 

Notfälle: 

Falls Sie einen Igel finden und dieser nach unten stehenden Kriterien wirklich tierärtzlicher Hilfe bedarf, wenden Sie sich bitte an den tierärztlichen Notdienst vor Ort oder an eine Igelhilfsgruppe (siehe Ende des Textes).

Kieler Notdienst: 01805 / 816000
Plöner Notdienst:

 

Kriterien für die Hilfsbedürftigkeit:

1. Verletzte Igel oder solche, die womöglich tagelang ohne Futter und Wasser in Lichtschächten, leeren Schwimmbecken oder ähnlichem gefangen waren.

2. Kranke Igel:   Man erkennt sie meist daran daß sie tagsüber herumlaufen. -torkeln oder –liegen. Sie sind oft apathisch, kühl rollen sich kaum ein, sind häufig mager. Hinter dem Kopf sieht man eine Einbuchtung, Schultern und Hüftknochen bilden sich deutlich ab Die Augen sind nicht rund, sondern schlitzförmig und eingefallen. Tagaktivität ist beim Nachttier Igel immer ein Alarmzeichen . Eine Ausnahme bilden allerdings aufgestörte Igel. Wenn etwa bei Gartenarbei­ten Igelnester zerstört werden, sucht sich auch ein gesundes Tier tagsüber einen neuen Unterschlupf.

3. Jungigel, die Anfang November deutlich weniger wiegen als 500 Gramm und am Fundort nicht zugefüttert werden können.

Generell ist es verboten, Tiere der besonders geschützten Arten - und dazu zählt der Igel - aus der Natur zu entnehmen. Dies gilt auch für den eigenen Garten! Das Naturschutzgesetz erlaubt jedoch Igel, auf die eine der unten aufgeführten Definitionen zutrifft, aufzuziehen bzw. gesund zu pflegen. Paßt keines dieser Kriterien auf den Igel, den Sie gefunden haben, so setzen Sie ihn bitte umgehend wieder am Fundort aus. Drohen ihm dort jedoch Gefahren bringen Sie ihn in ein Grüngelände mit Unterschlüpfen.

Durch die rechtzeitige Einrichtung einer Futterstelle (siehe Abbildung rechts) in den nahrungsarmen Jahreszeiten erübrigt es sich oft, Jungigel in menschliche Obhut zu nehmen.

Zufütterung im Freien:

Um das Futter vor Vögeln, aber auch vor Regen zu schützen, stellt man es abends in ein mit mindestens zwei 10 x 10 cm kleinen Einschlupflöchern versehenes Kistchen. Muß das Futter zusätzlich noch vor Katzen geschützt werden empfiehlt sich der Bau eines Futterhauses mit verwinkeltem Eingang Futterreste msüsen morgens unbedingt beseitigt und die Schüsseln heiß gespült werden.

Wenn Sie unsicher sind, ob der Besucher Ihrer Futterstelle sein Winterschlafgewicht noch schafft, wiegen Sie den Igel, markieren ihn mit einem kleinen Tupfer Nagellack auf den Stacheln und setzen Sie ihn wieder hinaus. Nach einigen Tagen wiederholen Sie das Wiegen und kontrollieren die Gewichtszunahme.

Erste Hilfe -Checkliste .

1. Notieren Sie sich das Funddatum, die Uhrzeit das Gewicht und die genaue Fundstelle. Beginnen Sie damit den ‚Pflegebericht‘, in den Sie weiterhin Gewichtszunahme, Tierarztbesuche   usw. eintragen.

2. Untersuchen Sie den Igel in jedem Fall auf Verletzungen. Inspizieren Sie auch Kopf, Bauchseite und Beine.

3. Unterkühlte Igel müssen aufgewärmt werden. Eine Unterkühlung ist vorhanden, wenn sich das Tier an der Bauchseite deutlich kälter anfühlt als Ihre Hand. Eine mit gut handwarmem Wasser gefüllte Gummiwärmflasche - kein Heizkissen ! - umwickelt man mit einem Frotteehandtuch und legt sie in einen passenden hochwandigen Karton. Darauf setzt man den Igel und deckt Ihn mit einem weiteren Handtuch zu.

4. Baden Sie Igel nicht! Lassen Sie Flöhe und Zecken vom Tierarzt entfernen.

5. Suchen Sie den Tierarzt möglichst bald auf. Ihr lgel ist krank. Unterbringung und Ernährung im Haus allein heilen das Tier nicht!

6. Richten Sie in einem Raum mit Zimmertemperatur - nicht im Freien l -einen Auslauf für den Igel her. Käfige, Obstkisten, Bade-­ oder Waschwannen sind keine igelgemäßen Unterkünfte (s. Unterbringung).

7. Geben Sie Ihrem Igel zur Erstversorgung entweder ein Schüsselchen mit Katzen- oder Hundedosenfutter oder braten Sie Ihm in der Pfanne ein Rührei mit etwas Öl und ohne Gewürze. Zu trinken bekommt er Wasser, niemals Milch! Igel ernähren sich in der Natur von eiweiß-­ und fettreichen Insekten. Sie sind keine Vegetarier, fressen also weder Obst noch Gemüse (siehe  auch Ernährung).

8. Bei sehr schwachen Tieren können Sie zunächst versuchen, ihnen mittels einer Plastikspritze ohne Nadel etwas lauwarmen, ungesüßten Fenchel­- oder Kamillentee einzuflößen, danach auch Breinahrung, zum Beispiel Rindfleischzubereitung ab 4.Monat der Firma Hipp-Babynahrung. Auf alle Fälle sollten Sie ein solches Tier dem Tierarzt oder einer Igelstation vorstellen.

9. Igel sind keine Haustiere und kein Kinderspielzeug, sondern geschützte Wildtiere. Unterlassen Sie unbedingt Zähmungsversuche.

Unterbringung

Igel sind Einzelgänger. Jeder Igel braucht also ein eigenes Gehege. Nur ganz junge Igel aus einem Wurf vertragen sich eine Zeit lang miteinander.

Ein Igelgehege soll mindestens 2 qm groß und absolut ausbruchsicher sein.

Die Höhe der Seitenwände muß 45 bis 50 cm betragen. Am besten fertigt man das Gehege aus gut zu reinigenden, beschichteten Span- oder Hartfaserplatten an, und stattet es wegen der Wärmedämmung auch mit einem Boden aus. Diesen bedeckt man mit mehreren Lagen Zeitungspapier (nicht mit Sägemehl, Katzenstreu Torf o.ä.), das man täglich (!) wechselt. Als Schlafhäuschen wählt man einen oben zuklappbaren Karton von ca. 30 cm Kantenlänge und versieht ihn mit einem seitlichen Schlupfloch von ca. 10 x 10 cm .

Ernährung

Igel sind Insektenfresser, doch in der Gefangenschaft soll man sie nicht mit Schnecken Regenwürmern etc. ernähren, weil diese Übertrager von Innenparasiten sind. Milch bewirkt wegen ihres Milchzuckers Durchfall. In der Folge entstehen Darmentzündungen und Infektionen, die für den Igel tödlich enden können. Futter und Wasser reicht man in kippsicheren, flachen Glas oder Porzellannäpfen. Gefüttert wird in der Regel nur einmal täglich, und zwar abends. Läuft jedoch ein offensichtlich hungriger Igel auch tagsüber unruhig im Gehege herum, sollte man Ihm selbstverstandiich Nahrung anbieten Das gieiche gilt für geschwächte Tiere, die die notwendige Futtermenge oft nur in mehreren kleinen Portionen einnehmen. Futterreste müssen weggeworfen und die Näpfe tägllch (bzw. nach jeder Malizeit) heiß gespült werden.
Als darunter zu mischende Ballaststoffe (zur guten Verdauung unerläßlich) eignen sich: Weizenkleie, Futterhaferflocken oder Igeltrockenfutter.
Die erforderliche Nahrungsmenge ist von Igel zu Igel verschieden. Sie hängt vom Körpergewicht und vom Gesundheitszustand ab. Ein mittelgroßer Igel frißt etwa eine Menge die einen 150g Joghurtbecher fülIen würde. Maßstab für die richtige Futtermenge bildet die Gewichtszunahme.
Anfangs wird der Igel täglich, später nur noch wöchentlich gewogen. Man legt ihn dazu auf dem Rücken in die Waagschale und pustet ihn ein bißchen an, damit er ruhig hält. Wenn ein abgema­gertes Tier Nachholbedarf hat, kann es täglich 10 bis 20 g zunehmen, später sollten es 7 bis 10 g pro Tag sein.
Pro Portion gibt man entweder einen Eßlöffel Weizenkleie oder zwei Eßlöffel Futterhaferflocken bzw Igeltrockenfutter zum Fleisch, Ei oder Dosenfutter. Evtl. feuchtet man die Mischung mit etwas Wasser an.

Winterschlaf:

Grundsätzlich ist anzustreben, gesund gepflegte Igel bzw. aufgezogene Igeljunge noch im Herbst auszuwildern.
Erreicht ein in menschlicher Pflege genommener Igel ein für den Winterschlaf ausreichendes Gewicht (mindestens 500g, besser 600 bis 650g) jedoch erst sehr kurz vor Wintereinbruch oder gar danach, muß man bis zum Frühjahr warten, ehe man ihn in die Freiheit entläßt.

«Grundnahrungsmittel» für Igelfutter:

 Katzen-oder Hundedosenfutter, Eier (hartgekocht oder als Rührei), Geflügelfleisch (gekocht) und Rinderhackfleisch (roh nur ganz frisch, besser kurz anbraten).

Igelvereine in der Nähe

Proigel
Verein für integrierten Naturschutz Deutschland eV
Lilienweg 22
24536 Neumünster
Telefon: 04321 - 131856 Telefax: 043211939479

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